Erik Schimmel Das musste einfach noch gesagt werden.

2Mai/091

Zensursula für Laien

Das Bundeskabinett hat in der der vergangenen Woche den von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen eingebrachten Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen verabschiedet. Warum das notwendig war, das erklärt uns Frau von der Leyen dankenswerterweise in einem Radiointerview:

Wir wissen, dass bei den vielen Kunden, die es gibt, rund 80 Prozent die ganz normalen User des Internets sind. Und jeder, der jetzt zuhört, kann eigentlich sich selber fragen, wen kenne ich, der Sperren im Internet aktiv umgehen kann. Die müssen schon deutlich versierter sein. Das sind die 20 Prozent. Die sind zum Teil schwer Pädokriminelle. Die bewegen sich in ganz anderen Foren. Die sind versierte Internetnutzer, natürlich auch geschult im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft.

Hier offenbart sich das gesammelte Fachwissen von Frau von der Leyen zum Thema Kinderpornographie. Knallharte Fakten, messerscharf recheriert.

Wir wissen jetzt also, dass 80% Prozent der Internetuser "ganz normal" ist und nur 20% aus potentionellen padöphilen Schweinigeln besteht. Das beruhigt. Während man also den 80% der "normalen" Surfkundschaft mit einem Stop-Schild wieder auf den Pfad der Tugend zurückhelfen kann, bedarf es für die übrigen 20% härterer Bandagen.

Ich möchte Frau von der Leyen keine Dummheit unterstellen und schreibe ihren polemischen Unsinn daher dem Wahljahr 2009 zu. Das würde auch erklären, wem ihr Gesetzentwurf helfen würde: den Kindern, die von Eltern und deren Bekannten, Lehrern oder Geistlichen sexuell missbraucht werden, sicher nicht. Auch nicht den Kindern in Entwicklungsländern, die durch Kinderprostitution und Sextourismus ausgebeutet werden.

Nein, die einzige, die von dem Gesetzentwurf profitieren sind Frau von der Leyen und die CDU, die sich die Unwissenheit und Gleichgültigkeit der breiten Masse der Wähler zunutze macht. Ich würde mir wünschen, dass Frau von der Leyen in ihrer Familie ähnliche Hilfe zuteil wird, vielleicht von Ihrem Mann: "Schatz, ich kann nicht sehen wie du dich abarbeitest - mach doch bitte die Tür zu".

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  1. Seit dem 5.5.2009 gibt es eine Online-Petition im Petitionssystem des Deutschen Bundestages. Diese Petition kann man nach Registrierung mitzeichnen. Ich war Mitzeichner Nummer 18130. Auf Twitter kann man den aktuellen Stand mitverfolgen.

    Leider gibt’s nicht für jeden Mitzeichner einen Tritt in Zensursula’s Allerwertesten, aber über 18000 Mitzeichner in wenigen Stunden sprechen eine recht deutliche Sprache.


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