Erik Schimmel Das musste einfach noch gesagt werden.

13Mai/092

Ärger über Twitter: Benutzer beschweren sich über die jüngste Änderung

Auch Twitter ist vor dummen Ideen nicht gefeit und erfährt gerade was es bedeutet, wenn die eigenen Benutzer ihren Unmut kundtun: unter dem Hashtag #twitterfail bzw. #fixreplies beschweren sich im Augenblick zahlreiche Benutzer über eine Änderung, die die @-Replies betrifft.

Was ist passiert? Twitter hat am 12.5. in seinem Blog auf ein "kleines Update in den Einstellungen" hingewiesen. Dieses Update wirkt sich dergestalt aus, dass User nur noch @-Replies von Leuten in ihrer Timeline sehen, denen sie selbst folgen. Diese Änderung verhindert leider, dass man auf interessante Twitterer aufmerksam wird, mit denen die eigenen Follower kommunizieren. Ein Beispiel ist der #followfriday, an dem man seine Follower auf interessante User hinweist.

Besonders ärgerlich ist, dass momentan keine Einstellung verfügbar ist, dieses Verhalten individuell anzupassen - die Einstellungen im Bereich "Notices" enthalten mittlerweile keine Optionen hinsichtlich der Replies mehr. Es bleibt abzuwarten, wie Twitter auf den Benutzerprotest reagiert.

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7Mai/095

TwitterFon und Tweetie – zwei Twitter Clients für das iPhone im Vergleich

Mit dem iPhone macht Twittern richtig Spass - und mit TwitterFon und Tweetie hat man mittlerweile die Qual der Wahl: beide Clients bieten umfangreiche Funktionen, lassen aber auch Wünsche offen.

TwitterFon

Twitter Friends TimelineTwitterFon dürfte auf dem iPhone der meistverbreiteste Twitter Client sein - und das aus gutem Grund: er verfügt über nahezu alle Funktionen, die man zum twittern braucht, bietet eine ansprechende Darstellung und ist darüber hinaus kostenlos. Die Benutzerführung orientiert sich an den Funktionen der Website und ist sehr intuitiv. Sofort nach dem Öffnen der Anwendung sieht man, ob neue Tweets in den Timelines Friends, Mentions oder Messages eingegangen sind. Praktisch ist, dass dieses Ladeverhalten und die Aktualisierungszeiträume konfigurierbar sind.

Twitter Thread AnsichtDas Erstellen von Tweets geht einfach auf Knopfdruck, als Bilderdienst wird TwitPic unterstützt. Ausserdem kann der aktuelle Standort ins Benutzerprofil übernommen werden - eine Funktion, die aufgrund der Darstellung in geographischer Länge und Breite allerdings wenig Aussagekraft hat.

Das Herzstück von Twitter, die Suche, ist hervorragend integriert: ein Klick auf einen mit Hashtag ausgekennzeichneten Begriff im Tweet startet automatisch die Suche, Suchbegriffe werden gespeichert und können bei Bedarf wieder verwendet werden. So kann man aktuellen Themen bequem folgen.

Ein Klick auf einen Tweet öffnet eine Maske mit weiterführenden Optionen: öffentlicher Reply, Direct Message sowie die Möglichkeit, Links zu folgen sind vorhanden. Sehr übersichtlich ist auch die Ansicht von Konversationen als Thread.

TwitterFon erlaubt das Folgen und Ent-Folgen, leider aber nicht das Blocken von Usern. Schön wäre auch, wenn der direkte Aufruf individueller Timelines möglich wäre: bisher muss man sich einen Tweet des Benutzers suchen, auch wenn man auf das eigene Profil zugreifen möchte. Schade ist auch, dass nur mit einem Account gearbeitet werden kann. TwitterFon ist nur in einer englischen Version verfügbar.

Tweetie

Tweetie Friends TimelineTweetie ist ein relativ neuer Twitter Client und verfügt über eine ähnliche Benutzeroberfläche wie TwitterFon. Auf den ersten Blick fällt jedoch die optisch ansprechendere Gestaltung auf - im Einstellungsmenü stehen drei verschiedene Themes zur Auswahl.

In der Tat ist Tweetie TwitterFon im Funktionsumfang weit überlegen. Es hat den Anschein, als hätten die Entwickler TwitterFon zum Vorbild genommen und um praktische Funktionen erweitert: Tweetie unterstützt mehrere Twitter Accounts, erlaubt das Blocken von Usern, bietet eine praktische Funktion zur vergrösserten Darstellung von Profilbildern, eine Landscape-Tastatur und auch das Handling von Tweets wie z.B. Replies oder Links ist genial einfach gelöst.

Tweetie TabPraktisch ist auch, dass man schnell zum eigenen Profil oder zur Timeline anderer Benutzer springen kann - Twitterer mit viel Gefolgschaft werden das zu schätzen wissen. Tweetie unterstützt neben den Bilderdiensten TwitPic, yFrog und Mobypicture die Funktion Bilder zu komprimieren, bietet die Möglichkeit Tweets per Email zur versenden und URL's zu verkürzen. In der jüngsten Version 1.2 wurde Instapaper Support implementiert.

Bei soviel Licht bleibt leider der Schatten nicht aus: eine Thread-Darstellung von Konversationen gibt es bei Tweetie nicht, gerade bei Direct Messages fällt das ins Gewicht. Ein echtes Manko stellt das Tweethandling bei neuen Tweets dar: Tweetie verfügt über keine automatische Aktualisierung der Tweets, die Timeline, Antworten und Direct Messages müssen manuell aktualisiert werden. Das ist besonders lästig, weil der Refresh-Button wertvollen Platz raubt.

Tweetie kostet 2,39€ und ist in einer deutschen Version erhältlich.

Fazit

Wer auf den erweiterten Funktionsumfang und den deutschen Client Wert legt, dürfte mit Tweetie besser fahren. Ich persönlich bin nach anfänglicher Begeisterung wieder zu TwitterFon zurückgekehrt, weil mir die Thread-Funktionalität und die automatische Aktualisierung wichtig sind. Unter dem Strich dürften wohl persönliche Präferenzen den Ausschlag geben, welcher Client der richtige ist. Wer TwitterFon zuerst ausprobiert, macht auf keinen Fall etwas falsch.

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2Mai/091

Zensursula für Laien

Das Bundeskabinett hat in der der vergangenen Woche den von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen eingebrachten Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen verabschiedet. Warum das notwendig war, das erklärt uns Frau von der Leyen dankenswerterweise in einem Radiointerview:

Wir wissen, dass bei den vielen Kunden, die es gibt, rund 80 Prozent die ganz normalen User des Internets sind. Und jeder, der jetzt zuhört, kann eigentlich sich selber fragen, wen kenne ich, der Sperren im Internet aktiv umgehen kann. Die müssen schon deutlich versierter sein. Das sind die 20 Prozent. Die sind zum Teil schwer Pädokriminelle. Die bewegen sich in ganz anderen Foren. Die sind versierte Internetnutzer, natürlich auch geschult im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft.

Hier offenbart sich das gesammelte Fachwissen von Frau von der Leyen zum Thema Kinderpornographie. Knallharte Fakten, messerscharf recheriert.

Wir wissen jetzt also, dass 80% Prozent der Internetuser "ganz normal" ist und nur 20% aus potentionellen padöphilen Schweinigeln besteht. Das beruhigt. Während man also den 80% der "normalen" Surfkundschaft mit einem Stop-Schild wieder auf den Pfad der Tugend zurückhelfen kann, bedarf es für die übrigen 20% härterer Bandagen.

Ich möchte Frau von der Leyen keine Dummheit unterstellen und schreibe ihren polemischen Unsinn daher dem Wahljahr 2009 zu. Das würde auch erklären, wem ihr Gesetzentwurf helfen würde: den Kindern, die von Eltern und deren Bekannten, Lehrern oder Geistlichen sexuell missbraucht werden, sicher nicht. Auch nicht den Kindern in Entwicklungsländern, die durch Kinderprostitution und Sextourismus ausgebeutet werden.

Nein, die einzige, die von dem Gesetzentwurf profitieren sind Frau von der Leyen und die CDU, die sich die Unwissenheit und Gleichgültigkeit der breiten Masse der Wähler zunutze macht. Ich würde mir wünschen, dass Frau von der Leyen in ihrer Familie ähnliche Hilfe zuteil wird, vielleicht von Ihrem Mann: "Schatz, ich kann nicht sehen wie du dich abarbeitest - mach doch bitte die Tür zu".

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