Archiv für Monat:Oktober, 2009

Was ist GoWalla?

28 Okt
28. Oktober 2009

Wenn ich meine Anmeldungen für alle sozialen Netzwerke der vergangenen Monate zusammenzähle, kommt eine erkleckliche Anzahl zusammen – wozu also ein weiteres? Gowalla erinnert auf den ersten Blick an BrightKite oder Google Latitude – Dienste, die im wesentlichen den Aufenthaltsort der Freunde auf einer Karte darstellen.

Das eigene Profil in GoWalla

Das eigene Profil in GoWalla

GoWalla versteht sich dagegen mehr als eine Art Reisespiel, auch bekannt als Geocaching, also eine Art virtuelle Schnitzeljagd. Die Schnitzel, die es aufzufinden gilt sind sogenannte “Icons” – digitale Souveniers, die man selbst behalten oder wieder für andere verstecken kann. Dadurch entsteht die Motivation, möglichst viele Standorte zu besuchen und man entdeckt dabei selbst neue Locations, wie z.B. Kneipen, Restaurants, Shops oder Ausflugsziele.

Der Start mit GoWalla gestaltet sich für iPhone-User gewohnt einfach: Anwendung installieren, Benutzer registrieren und loslegen. In der Folge besucht man die üblichen und unüblichen Orte des Alltags und verdient sich dabei sogenannte “Stamps” für seinen virtuellen Reisepass. Der “Check In” ist einfach: die Standorte der näheren Umgebung sind aufgelistet – fehlt der gewünschte, kann man ihn anlegen. Die ersten 10 Besucher eines Standorts, die einen Gegenstand verstecken erwerben den Status des “Founders” und sollen laut GoWalla künftig spezielle Privilegien erhalten.

Die Locations in der Umgebung

Die Locations in der Umgebung

Neben dem einsammeln von “Stamps” und “Icons” geht es bei GoWalla noch um “Pins”. Pins verdient man sich, wenn man eine Route von Standorten (“Trip”) abklappert. Zukünftig soll man bei GoWalla auch die Möglichkeit haben, eigene Trips anzulegen – im Augenblick ist das leider noch nicht möglich.

Mein Fazit: GoWalla macht Spaß. Nicht nur das, es ist nützlich: im Gegensatz zum reinen “wer ist gerade wo” liefert GoWalla Informationen darüber, welche Standorte häufig bzw. von den eigenen Freunden besucht wurden. GoWalla hat sicherlich Potential, auch wenn die eine oder andere Funktion noch nicht fertig gedacht oder implementiert wurde. Wem sich das Prinzip von GoWalla nicht erschließt, findet in der FAQ alles Wissenswerte.

Live-Meldungen und Neuigkeiten – Facebook nervt Anwender

26 Okt
26. Oktober 2009
Facebooks hat seine Startseite umgestellt: es gibt jetzt die Möglichkeit, zwischen “Live-Meldungen” und “Neuigkeiten” zu wählen. Das raffinierte dabei: die bisher auf der rechten Seite angezeigten Neuigkeiten enthalten nicht alle Aktivitäten. Was wert ist, unter Neuigkeiten angezeigt zu werden entscheidet ein Algorithmus – abhängig von der Wahrscheinlichkeit, mit der Benutzer auf das Ereignis reagiern.
Wer wie üblich alle Aktivitäten aus seinem Freundeskreis sehen möchte, muß den Live-Feed aktivieren. Was Facebook sich bei dieser Änderung gedacht hat erschließt sich mir nicht – zumindest denken Millionen Anwender ähnlich und haben sich bereits in Gruppen zur Abschaffung des neuen Layouts solidarisiert.
Vielleicht würde es ja seitens Facebook helfen, neue Features anzukündigen, dann wie bei Twitter zunächst einem beschränkten Benutzerkreis zur Verfügung zu stellen und dann das Feedback dieser Nutzer auszuwerten.

Facebooks hat seine Startseite umgestellt: es gibt jetzt die Möglichkeit, zwischen “Live-Meldungen” und “Neuigkeiten” zu wählen. Das raffinierte dabei: die bisher auf der rechten Seite angezeigten Neuigkeiten enthalten nicht alle Aktivitäten. Was wert ist, unter Neuigkeiten angezeigt zu werden entscheidet ein Algorithmus – abhängig von der Wahrscheinlichkeit, mit der Benutzer auf das Ereignis reagiern.

Der Stein des Anstosses: die neue Facebook-Startseite

Der Stein des Anstosses: die neue Facebook-Startseite

Wer wie üblich alle Aktivitäten aus seinem Freundeskreis sehen möchte, muß den Live-Feed aktivieren. Was Facebook sich bei dieser Änderung gedacht hat erschließt sich mir nicht – zumindest denken Millionen Anwender ähnlich und haben sich bereits in Gruppen zur Abschaffung des neuen Layouts solidarisiert.

Vielleicht würde es ja seitens Facebook helfen, neue Features anzukündigen, dann wie bei Twitter zunächst einem beschränkten Benutzerkreis zur Verfügung zu stellen und dann das Feedback dieser Nutzer auszuwerten.

Denkanstösse – der FC Bayern nach Bordeaux

22 Okt
22. Oktober 2009

Zugegeben: auch ich habe mich nach dem unglücklichen Jahr unter Jürgen Klinsmann einen erfahrenen Trainer gewünscht, der dem FC Bayern seinen Stempel aufdrückt und das alte Selbstbewußtsein wieder aufleben lässt. Nach 5 Monaten Louis van Gaal hat sich diese Hoffnung, vorsichtig formuliert, bisher nicht erfüllt.

Resümieren wir: verdiente Spieler wie Lucio oder Ze Roberto wurden abgegeben – wieviel sie wert sind, kann man bei Inter Mailand bzw. beim HSV sehen. Van Gaals Wunscheinkäufe Braafheid und Pranjic sind bestenfalls Mitläufer und werden dem FC Bayern noch lange Zeit auf der Tasche liegen. Schlimmer noch: sie verhindern, dass die Abwehr die längst fällige Verstärkung auf der rechten Seite erhält, damit Philip Lahm wieder auf der linken Seite spielen kann. Für van Gaals Wunschsystem, das 4-3-3, wurde Arjen Robben geholt – neben Ribery zweifellos ein Außnahmespieler, jedoch verletzungsanfällig.

Die Umstellung auf das 4-3-3 mag richtig sein – gegen Wolfsburg hat die Mannschaft das eindrucksvoll gezeigt. Allerdings hat Louis van Gaal für dieses System kein Personal, wenn wie jetzt seine Flügelzange nicht zur Verfügung steht. Die Alternative ist die Umstellung auf ein 4-4-2 mit Mittelfeldraute – ein System, das van Gaal der Doppelsechs vorzieht, obwohl er hierfür das Personal hätte: den für 15 Mio geholten Anatoliy Tymoshchuk und Kapitän Mark van Bommel vor der Abwehr.

Das Personal scheint überhaupt das Problem des Louis van Gaal zu sein. Schon in Barcelona hatten die Stars Schwierigkeiten mit van Gaal, in München zeichnet sich nun ähnliches ab. Mario Gomez, zweifellos einer der besten Stürmer den die Liga in der letzten Saison hatte, verkümmert unter van Gaal auf der Bank. Luca Toni ist unter van Gaal ebenfalls nicht wohl gelitten und auch Ivica Olic fühlt sich in der Joker-Rolle wohler, als von Beginn an auf dem Platz zu stehen: zu groß sei die Angst, auf dem Platz Fehler zu machen.

Louis van Gaal ist ein Disziplin-Fanatiker, der von seinem Personal die peinlich genaue Umsetzung seiner Vorgaben erwartet. Diesem Anspruch sollte er nun ebenfalls gerecht werden. Nach dem Spiel gegen Dortmund auf Mario Gomez bzw Anatoliy Tymoshchuk angesprochen meinte van Gaal, er habe diese Spieler nicht geholt. Nun, Mario Gomez und Anatoliy Tymoshchuk werden wie van Gaal selbst vom FC Bayern bezahlt – und nur als Kollektiv sind die hohen Ziele zu realisieren, die der FC Bayern ausgibt und für die van Gaal verpflichtet wurde. Nichts gegen eine Aufstellung nach Leistung anstatt nach Namen, aber den Leistungsträgern einer Mannschaft im Jahr vor einer Weltmeisterschaft das Selbstbewusstsein zu nehmen ist sicher nicht leistungsfördernd und zielführend.

Es wird nun in den nächsten Spielen darauf ankommen, die Mannschaft hinter sich zu bekommen und als Team an einem Strang zu ziehen. Gegen Frankfurt in der Bundesliga und kurz darauf im Pokal wird man keinen Schönheitspreis gewinnen können, es zählen nur Ergebnisse. Mit Stuttgart wartet eine Mannschaft auf den FC Bayern, die nichts mehr zu verlieren hat und gegen Bayern immer schon an die Grenze und darüber hinaus gegangen ist. Diese Spiele müssen, ebenso wie das Heimspiel gegen Bordeaux, möglichst gewonnen werden, um die Saisonziele nicht schon früh aus den Augen zu verlieren. Es schließen sich die 6-Punkte-Spiele gegen Schalke und Leverkusen an.

Ich bin sehr gespannt, wie sich die Mannschaft in den kommenden, richtungsweisenden Wochen präsentieren wird.