So habe ich den 9.11.1989 erlebt
Am 9.11.1989 war ich auf einem Seminar in Rotenburg an der Fulda - relativ nah an der damaligen Zonengrenze bei Herleshausen. Üblicherweise eine Gegend, in der man nicht tot über dem Zaun hängen möchte, aber in diesen Tagen war man ganz nah dran an der Geschichte.
Es war ein Donnerstag und ich habe die Ereignisse rund um den Fall der Mauer auf meinem Hotelzimmer im Fernsehen verfolgt. Im September war ich noch in Berlin auf der Funkausstellung - die Erinnerung an die Mauer und die Grenzanlagen war also noch relativ frisch. Dann die Grenzöffnung, der Jubel der Bevölkerung, Verbrüderungsszenen überall... die Bilder waren bewegend.
Noch bewegender war, was sich am darauffolgenden Freitag, dem Tag an dem ich wieder nach Hause nach München gefahren bin abspielte: Scharen von Trabbis kamen über die Grenze auf die A4 und fuhren, soweit sie der Zweitakter trug. Man hat sich zugewunken und sich an den Raststätten unterhalten.
Irgendwie ist es schade, wie sehr diese Tage, diese kleinen menschlichen Gesten mittlerweile in Vergessenheit geraten sind.