Erik Schimmel Das musste einfach noch gesagt werden.

24Dez/091

Weihnachten 2009

Ich bin nicht religiös und darum bedeutet mir Weihnachten, zumindest im christlichen Sinne, nichts. Ich habe immer sehr schöne Weihnachtsfeste im Kreis meiner Familie verbracht - ohne Streit, ohne Hektik und ohne Stress. Daher ist Weihnachten für mich in erster Linie ein Familienfest und ich denke an den Feiertagen gerne an diejenigen, die mir am Herzen liegen. Heute sind das vor allem meine Familie und meine Freunde.

Der gängigen Meinung nach sind die gängigen Vertreter des Web 2.0 wie Twitter oder Facebook oberflächlich und tragen zur Vereinsamung bei. Für mich hat das nicht zugetroffen. Durch das Internet kann ich mit Menschen in Kontakt bleiben, die nicht in meiner Nähe sind. Ich kann Menschen kennenlernen, die meine Interessen teilen. Und ich habe durch diese Medien Kontakte geknüpft, die ganz und gar nicht oberflächlich sind. Diese Menschen haben meinen Horizont erweitert, mich zum Nachdenken oder zum Lachen gebracht.

Da war das spontane Päckchen von Haike mit dem Bayern-Trikot drin. Da war der Kontakt zu Yvonne, die mittlerweile eine liebe Freundin geworden ist oder Lilian, die mir sympathisch war und am Ende den Auftrag bekam, meine Website zu texten. Und es gab die pl0gbar-Abende, an denen man sich getroffen, gequatscht und viel Spaß gehabt hat. Ich freue mich, dass ihr um mich rum seid, egal ob online oder offline!

"Freunde sind Menschen, die dich mögen, obwohl sie dich kennen" heißt es. In diesem Sinne wünsche ich euch schöne Feiertage!

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7Dez/096

Die Gowalla-Wette

Frau Sim und ich liefern uns seit einiger Zeit ein hitziges Gefecht auf Gowalla um den Titel des erfolgreicheren virtuellen Reisenden. Nun ist es leicht, auf Gowalla wahllos Spots und Pins zu sammeln - ein freier Nachmittag in der Innenstadt reicht. Es galt also den Schwierigkeitsgrad zu steigern. Daraus resultierte folgende Wette: wer zuerst alle verfügbaren Items auf Gowalla einsammelt und dabei die wenigsten Stamps benötigt, gewinnt ein Fußballspiel seiner Wahl.

Die Herausforderung besteht also darin, Spots taktisch sinnvoll anzulegen und die Items gezielt zu suchen - Strategie statt Drive By.

Sharing is caring - darum poste ich an dieser Stelle mein Gowalla-Knowhow. Für die Chancengleichheit. Man gewinnt spielt ja schließlich fair ;-)

Hier ist mein Gowalla Handbuch und ein Glossar zum Querlesen.

Update:

Es war aufwändiger als wir uns das gedacht haben: rund 200 Spots später und gleichauf haben Yvonne und ich beschlossen, die Wette sausen zu lassen und lieber aus Spaß an der Freude weiter zu sammeln. Der Stand am 14.12.:

Yvonne's Items

Yvonne's Items

Meine Items

Meine Items

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2Dez/095

Zeit zur seelischen Erhebung

Die Weimarer Reichsverfassung erachtete 1919 die Sonntagsruhe für die "seelische Erhebung" als notwendig - und gesetzlich schützenswert. Dieser Ansicht folgte das Bundesverfassungsgericht 90 Jahre später und kippte eine liberale Regelung des Bundeslandes Berlin, die dem dem Einzelhandel die Ladenöffnung an den vier Adventssonntagen vor Weihnachten gestattet.

Das spannende an diesem Urteil ist, dass es nun im Prinzip jedermann möglich ist, die Sonntagsruhe einzuklagen und zwar nicht nur denjenigen, die sich in der Ausübung ihrer Religion beeinträchtigt fühlen: das Urteil trägt nämlich laut Verfassungsgericht "den menschlichen Bedürfnissen Rechnung".

Er würde vermutlich Hirn vom Himmel werfen, wenn er denn könnte.

Vielleicht wirft er Hirn vom Himmel?

Denken wir also einen Moment über das menschliche Bedürfnis zur seelischen Erhebung und das damit verbundene Grundrecht auf Sonntagsruhe nach. Tanken und Bier kaufen stellt eine Ausnahme der Sonntagsruhe dar, stört die seelische Erhebung also nicht. Das Auto durch die Waschstraße fahren ist nicht seelisch erbauend genug und daher verboten - Autos bauen dagegen nicht. Sonntags essen gehen ist familienfördernd und seelisch erhebend, aber eben nur für Gäste. Für das Personal muss die seelische Erhebung eben auch mal auf den Dienstag oder einen anderen Werktag verschoben werden. Brötchen dürfen mittlerweile nach langen Kampf Sonntags verkauft werden - von seelischen Folgeschäden ist immerhin noch nichts bekannt geworden.

Überhaupt scheint sich der Wunsch der Gesellschaft nach seelischer Erhebung im 21. Jahrhundert gewandelt zu haben. Shopping wird wie schwimmen, wandern oder Kino als Freizeitbeschäftigung empfunden. Während also der Bademeister im Schwimmbad auf seelische Erhebung am Sonntag verzichten muss, hat der Verkäufer im Einzelhandel Gelegenheit dazu - solange er nicht an einem Flughafen, Bahnhof oder an einer Tankstelle arbeitet. Zu guter Letzt hat das höchste deutsche Gericht in seinem Bemühen, die Gesellschaft vor dem seelischen Super-GAU zu bewahren auch diejenigen vergessen, die sich am Freitag oder Samstag zum Zwecke der Erhebung aus dem Arbeitsprozess ausklinken möchten: Moslems und Juden beispielsweise. Eine allgemein gültige Regelung zur Sonntagsruhe scheint also seine Tücken zu haben: überall dort, wo es Menschen mit dem Wunsch nach seelischer Erbauung gibt, geht es nicht ohne die, die genau darauf verzichten müssen.

Geklagt haben übrigens die Kirchen - also genau die, die aufgrund ihrer weltfremden Einstellung und dogmatischen Regeln Jahr für Jahr mehr Probleme haben, ihre Schäfchen bei der Stange zu halten. Ich wünsche eine angenehme Sonntagsruhe und kein allzu unangenehmes Erwachen aus dem Tiefschlaf.

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