14. Juni 2010
Morgen ist es mal wieder soweit: bei der Telekom kann man es vorbestellen, das neue iPhone 4. Schon vorab ist durchgesickert, dass die Tarife wohl gleich bleiben werden – nur an den Telefonen möchte man gerne etwas mehr verdienen.

Das iPhone 4 bei der Telekom: es darf etwas mehr sein.
Aus Sicht der Telekom muss der Apple-User wohl als beispielloser Glücksfall gelten: während andere Mobilfunkprovider fürchten ihre Kunden zu verlieren, wenn diese nur die Chance wittern ihre Handies für 1,99€ weniger im Monat abstottern zu dürfen, traut sich die Telekom für Zusatzdienste wie Tethering oder Voice over IP astronomische Preise zu verlangen. Der Gipfel der Schamlosigkeit: anstatt iPhone-Bestandskunden, die sich ein iPad gekauft haben einfach mit einer zusätzlichen SIM-Karte zu versorgen versucht man ihnen einen zusätzlichen Datentarif anzudienen – mit 24 Monaten Vertragslaufzeit, versteht sich.
Als Apple das iPhone 2007 eingeführt hat, war EDGE de facto die einzige Option für eine permanente mobile Internetverbindung. Die Telekom konnte als einziger Mobilfunkprovider eine nahezu flächendeckende Versorgung mit EDGE anbieten. Wer weiß welche Marktdurchdringung das iPhone heute hätte, wenn Apple sich vor 3 Jahren nicht dazu entschlossen hätte, die iPhones exklusiv und subventioniert über ausgewählte Partner zu vertreiben. Auch die Tarife waren halbwegs akzeptabel – zumindest wenn man bedenkt, dass man seinerzeit die Datenoption i.d.R. gesondert bezahlen musste und so leicht auf das Niveau der Telekom-Tarife kam. Ich habe jedenfalls damals den Wechsel zur Telekom (nach 15 Jahren Vodafone) nicht bereut.
Heute ist das mobile Internet Standard und die Tarife und Vertragsbedingungen der Telekom sind meines Erachtens schlicht frech. Dass es anders geht, beweist z.B. O2: Flexibilität anstatt Knebelverträge, clevere Tarifoptionen anstatt altmodische Gesprächs- und SMS-Pakete. Bei der Telekom hat man sich offensichtlich komfortabel in der Apple-Hängematte eingerichtet und glaubt, von der Popularität der Apple-Produkte auf absehbare Zukunft mitprofitieren zu können. Ein Schuß, der leicht nach hinten los gehen könnte: auch Apple-User lassen sich nicht beliebig melken.
Für mich kommt in Zukunft nur noch ein Netlock-freies, nicht subventioniertes iPhone in Frage – mit einem Tarif der es mir erlaubt, nach Bedarf neue Trends und Technologien nutzen zu können.
Update 15.6.: Im französischen bzw. engl. Apple Store sind die Geräte vertrags- und Netlock-frei für 629 Euro (16GB) bzw. 739 Euro (32GB) erhältlich. Na bitte, geht doch. Es dürfte also nicht lange dauern, bis die Geräte als Import-Geräte auch hierzulande verfügbar sind. (via @fscklog)