Das Dick Bar-Dilemma
Seit dem 3. März ist Schluß mit lustig: mit der Version 3.3 führt Twitter Werbung auf den iOS-Clients ein und geht damit den Usern massiv auf die Nerven. Ein Update ist bereits im App Store eingereicht, ausschalten lassen wird sich das unbeliebte Feature aber wohl nicht.
Die “Dick Bar”, benannt nach Twitter-Chef Dick Costolo, überlagert die Timeline mit einem aufdringlichen schwarzen Balken, der neben den “trending Topics” auch Werbetweets einblendet.
Wirklich überraschend kam das nicht. Mit einem kostenlosen Dienst und kostenlosen Clients läßt sich nun mal kein Geld verdienen. Früher oder später war also mit Werbung in der einen oder anderen Form zu rechnen. Dass man das neue “Feature” dann aber in einer so Twitter-untypischen Art, quasi mit der Dachlatte eingeführt hat erklärt den Unmut, der Twitter gerade in Form von zahllosen Beschwerden begegnet. Window-Dressing für einen Käufer?
Wer nicht auf das Twitter-Update warten und hoffen will, hat genug Alternativen, die lästige Quick Bar wieder loszuwerden. Der einfachste Weg ist sicher der Umstieg auf einen alternativen Twitter-Client wie z.B. Tweetings oder Osfoora. Der Restore auf die Vorgängerversion oder die Jailbreak-Lösung Twizzler lassen immerhin das Hintertürchen zum gewohnten Twitter for iPhone offen.
Eines haben alle diese Lösungen gemeinsam: sie sind nicht nachhaltig. Ebenso wie Twitter gerade im Begriff ist die Vielzahl von URL-Shortenern auszumerzen, könnte man früher oder später auch gegen alternative Twitter-Clients vorgehen, sollten diese das neue Werbemodell gefährden. Denkbar wäre z.B. eine im Funktionsumfang reduzierte oder zeitversetzte API.
So schade es ist: die Zeiten des kostenlosen Twitterns sind vorbei, ab sofort werden wir mit unserer Aufmerksamkeit bezahlen müssen.

