Telekom Spam

04 Dez
4. Dezember 2011

Ich hasse Werbung. Werbung zwingt mich Informationen zu verarbeiten, um die ich nicht gebeten habe. Aus diesem Grunde verachte ich nervtötende Werbespots, blocke Bannerwerbung und lese natürlich auch keine Newsletter.

Jeder mir zugesendete Newsletter ist ein Ärgernis. Der Grund dafür ist einfach: der Newsletter lenkt mich von dem ab, womit ich im Augenblick beschäftigt bin und zwingt mich zu der Überlegung, wie ich ihn los werde. Löschen und mich das nächste mal wieder ärgern? Filtern? Oder gar versuchen, mich abzumelden? Zum Inhalt des Newsletters gelange ich dabei gar nicht, selbst wenn dieser mich zum größten Goldschatz des Planeten führen würde.

Heute habe ich von Spiegel Online eine Spam-Mail erhalten. Obwohl es zunächst ärgerlich war, konnte man den Newsletter zumindest mit einem Klick abbestellen und da ich Spiegel Online als reputable Publikation einstufe habe ich durchaus die Hoffnung, dass ich in Zukunft nicht mehr belästigt werde.

Dagegen ist Spam der Telekom eine Provokation. Am Ende der Mail ist zu lesen:

Sie erhalten diese E-Mail aufgrund Ihres Einverständnisses, über Produkte und Dienstleistungen der Telekom informiert zu werden. Über den oben stehenden Servicelink “Abmeldung” können Sie Ihr Einverständnis jederzeit im Kundencenter widerrufen.

Nein, aus oben genannten Gründen habe ich garantiert niemals mein Einverständnis zur Belästigung erteilt. Möglicherweise habe ich irgendwo im Kleingrauen vergessen ein Kästchen anzukreuzen, aber ich habe bestimmt niemals explizit um Werbung gebeten.

Gut, ein solches Missverständnis ließe sich ausräumen, wenn es eine ähnlich komfortable Möglichkeit gäbe, den Newsletter abzubestellen wie bei Spiegel Online. Also habe ich auf “Abmeldung” geklickt.

Telekom SpamDas ist der Teil, der mich dann völlig zur Weißglut bringt: Ich soll mich aktiv im Telekom-Kundenzentrum ANMELDEN, um einen Newsletter ABZUBESTELLEN? Weil es so wenig Usernamen und Kennwörter gibt, die ich mir noch merken könnte? Und was passiert, wenn ich mich dort angemeldet habe? Durch wieviele Reifen muss ich noch hüpfen, bis ich den Werbemüll endlich los bin?

Nein, liebe Telekom, der einzige Grund für diese Art mit Werbung umzugehen dürfte der sein, dass die große Mehrheit den Aufwand scheut und sich lieber mit eurer Werbung auseinandersetzt. Und wenn diese Masse groß genug ist, dürfte es sich am Ende auch für euch lohnen, sonst würdet ihr es ja nicht machen.

Von einem Unternehmen, das seinen Kunden tatsächlich so etwas wie Wertschätzung entgegen bringt würde ich allerdings erwarten, dass man dessen Wunsch respektiert, nicht mit Werbung belästigt zu werden.

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2 Antworten
  1. Sascha says:

    Ich finde solche Aktionen, mit denen das Abmelden eines Newsletter erschwert wird, auch immer wider ärgerlich. Leider ist die Telekom da nicht unbedingt eine Ausnahme. Ganz perfide wird es ja, wenn man Spam mit einem Abmeldelink bekommt und dieser Link nur dazu dient, dem Absender zu zeigen, dass die jeweilige Adresse tatsächlich gelesen / genutzt wird, so dass man letztlich teilweise noch mehr Spam bekommt :(

    Von daher bin ich dazu übergegangen, unerwünschte Newsletter nicht mehr abbestellen zu wollen, sondern sie direkt via Filterregel in die ewigen Spamordner-Jagdgründe zu verbannen :D

  2. Erik says:

    Newsletter-Versender aka Spam-Schleudern wie Aweber oder Getresponse respektieren Opt-outs, da lohnt der Klick. Denen sind zwar die Spam-Opfer egal, sie wissen aber, dass sie auf Blacklists landen und benehmen sich daher halbwegs zivilisiert. Beim durchschnittlichen Internet-Shop, der von Marketing keine Ahnung hat und alle, die ihm ihre Mailadresse anvertraut haben mit Werbung zuballert hilft tatsächlich nur filtern. Das Problem beim Filtern ist nur, dass die Spam-Versender ja alles tracken, auch ob die Mails geöffnet werden. Geht dieser Wert zurück wissen sie, dass sie gefiltert werden und ändern die Versendedomain. Es ist einfach zum K*tzen. :(

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