Archiv für Monat:März, 2012

Simfy, rdio oder Spotify?

15 Mrz
15. März 2012

Nach dem Test aller drei Dienste wurde mir schnell klar: so richtig warm werde ich mit keinem. Bei Simfy finde ich das Handling der iOS-Apps wenig prickelnd. rdio gefällt mir hier deutlich besser, dafür plaudert es jede meiner Aktivitäten im Netz aus. Alles was Recht ist, ich teile gerne meine Songs und Playlists. Was ich aber wann tue, einsortiere oder anhöre, ist privat. Spotify hat mir vom Handling auf dem Desktop und auf dem iPhone am besten gefallen – unverständlich, warum sie keine App für das iPad anbieten.

Ich kann aber nicht sagen, dass Simfy, rdio oder Spotify schlecht sind, im Gegenteil. Das spontane Musik hören macht durchaus Spaß. Ich gehöre aber wohl zur Gruppe der Jäger und Sammler, die mit dem Musikangebot bzw. dessen Darreichnung nicht so richtig glücklich werden. Für mich gibt es im Grunde nur zwei Anwendungsfälle für das Musik-Streaming: das Entdecken neuer Musik bzw. der komplette Ersatz meiner iTunes-Bibliothek.

Letzteres gestaltet sich als unmöglich: ein erster Abgleich meiner iTunes-Playlisten zeigt, dass ich zuviel Musik in meinem Bestand habe, der bei keinem der Dienste zu finden ist. Dazu kommt das Problem, dass das mobile Streaming einfach zuviel Datenvolumen verbraucht und das Synchronisieren mit meinem iPod schwierig bis unmöglich ist. Spotify bietet zwar eine solche Funktion an, wie sich diese aber mit iTunes verträgt wage ich nicht zu prognostizieren. Bliebe die Möglichkeit, die gestreamte Musik mit lokalen Dateien zu ergänzen. Eigentlich habe ich aber keine Lust, zwei Bibliotheken mit zwei unterschiedlichen Anwendungen mit den damit einhergehenden Redundanzen und zusätzlichen Kosten von knapp 10€ pro Monat zu pflegen.

iTunes bleibt also erst mal der Platzhirsch. Es funktioniert auf meinen Geräten am einfachsten und flexibelsten. Für den zweiten Anwendungsfall, das Entdecken von Musik, kann ich mich aber durchaus begeistern: mit der Desktop-App von Spotify macht das Stöbern im riesigen Musikangebot richtig Spaß. Über die Radio-Funktion bekommt man ausgehend von Genres oder Interpreten neue Musik vorgeschlagen. Nach und nach kann ich also meine iTunes-Bibliothek mit den so entdeckten Titeln aufstocken und bekomme darüber hinaus den Mainstream-Dudelfunk oben drauf. Für die Benutzung der Desktop-App reicht mir zudem der kostenlose Account.

Spotify funktioniert nur in Verbindung mit Facebook. Trotz des dieser Tatsache geschuldeten Gejammers: gerade das hat mit gut gefallen. Keine Registrierung, mal eben einen Song weiterempfehlen oder nachsehen, was der Freundes- und Bekanntenkreis so hört, das hat was. Mal sehen, wie lange Spotify das kostenlose Angebot in dieser Form aufrecht erhält.