Der Bratmaxe und andere Grausamkeiten
Die Grillsaison ist kaum angebrochen, schon schallt uns der "Bratmaxe-Song" aus allen Kanälen entgegen. "Ganz Deutschland singt den Bratmaxe-Song", zumindest hätte Hersteller Meica das gerne. Ganz Deutschland? Nein, nur Tim aus Rostock, Guido aus Soest oder Familie Weber aus Mainz. Der Rest Deutschlands rätselt, welchen Torturen Meicas Werbedarsteller wohl ausgesetzt wurden, um derart schauerliche Töne absondern zu können. Sicher ist ihnen auf jeden Fall, für den Rest ihres Lebens als Bratmaxe gebrandmarkt und verspottet durchs Leben gehen zu müssen.
Betrachtet man Internet-Communities wie Facebook, befindet sich der Bratmaxe in guter Gesellschaft mit anderen Werbe-Quälgeistern: Carglass rechnet vermutlich damit, dass die Zuhörer der Werbespots aus Verzweiflung ihren Kopf gegen die Scheiben ihrer Fahrzeuge donnern (oder einen der dialektsprechenden Mitarbeiter aus der Werbung) und Seitenbacher ist nicht gut für die Verdauung, sondern verursacht Bluthochdruck - bei mir zumindest.
Dass es auch besser geht, zeigte der MediaMarkt vor Jahren mit Joachim Steinhöfel als Werbefigur - an die Spots erinnere ich mich heute noch. McDonalds Spots waren vor dem unsäglichen "Ich liebe es"® mal witzig. Auch Nullinger und Fieslinger von der Sparda-Bank zeigen, dass man den Leuten nicht mit der gleichen Werbebotschaft wieder und wieder auf den Wecker gehen muss - die Halbwertszeit der Spots ist erfreulich gering.
Nun verfolgen Meica, Seitenbacher oder Carglass ganz sicher nicht das Ziel, ihre Kundschaft zu unterhalten. Wenn Werbung aber derart an den Nerven rüttelt, dass man während deren Ausstrahlung schneller den Sender wechselt als beim Auftauchen von Bill Kaulitz bleibt nur zu hoffen, dass der erwünschte unbewusste Erinnerungseffekt in einen bewussten Vermeidungsreflex umschlägt. Da Bratmaxe, Carglass und Seitenbacher uns jedoch schon seit Jahren mit ihren Spots terrorisieren ist zu befürchten, dass die Werbebotschaft bei einem gewissen Teil der Bevölkerung Wirkung zeigt. Eine grausame Vorstellung...
Zeit zur seelischen Erhebung
Die Weimarer Reichsverfassung erachtete 1919 die Sonntagsruhe für die "seelische Erhebung" als notwendig - und gesetzlich schützenswert. Dieser Ansicht folgte das Bundesverfassungsgericht 90 Jahre später und kippte eine liberale Regelung des Bundeslandes Berlin, die dem dem Einzelhandel die Ladenöffnung an den vier Adventssonntagen vor Weihnachten gestattet.
Das spannende an diesem Urteil ist, dass es nun im Prinzip jedermann möglich ist, die Sonntagsruhe einzuklagen und zwar nicht nur denjenigen, die sich in der Ausübung ihrer Religion beeinträchtigt fühlen: das Urteil trägt nämlich laut Verfassungsgericht "den menschlichen Bedürfnissen Rechnung".
Denken wir also einen Moment über das menschliche Bedürfnis zur seelischen Erhebung und das damit verbundene Grundrecht auf Sonntagsruhe nach. Tanken und Bier kaufen stellt eine Ausnahme der Sonntagsruhe dar, stört die seelische Erhebung also nicht. Das Auto durch die Waschstraße fahren ist nicht seelisch erbauend genug und daher verboten - Autos bauen dagegen nicht. Sonntags essen gehen ist familienfördernd und seelisch erhebend, aber eben nur für Gäste. Für das Personal muss die seelische Erhebung eben auch mal auf den Dienstag oder einen anderen Werktag verschoben werden. Brötchen dürfen mittlerweile nach langen Kampf Sonntags verkauft werden - von seelischen Folgeschäden ist immerhin noch nichts bekannt geworden.
Überhaupt scheint sich der Wunsch der Gesellschaft nach seelischer Erhebung im 21. Jahrhundert gewandelt zu haben. Shopping wird wie schwimmen, wandern oder Kino als Freizeitbeschäftigung empfunden. Während also der Bademeister im Schwimmbad auf seelische Erhebung am Sonntag verzichten muss, hat der Verkäufer im Einzelhandel Gelegenheit dazu - solange er nicht an einem Flughafen, Bahnhof oder an einer Tankstelle arbeitet. Zu guter Letzt hat das höchste deutsche Gericht in seinem Bemühen, die Gesellschaft vor dem seelischen Super-GAU zu bewahren auch diejenigen vergessen, die sich am Freitag oder Samstag zum Zwecke der Erhebung aus dem Arbeitsprozess ausklinken möchten: Moslems und Juden beispielsweise. Eine allgemein gültige Regelung zur Sonntagsruhe scheint also seine Tücken zu haben: überall dort, wo es Menschen mit dem Wunsch nach seelischer Erbauung gibt, geht es nicht ohne die, die genau darauf verzichten müssen.
Geklagt haben übrigens die Kirchen - also genau die, die aufgrund ihrer weltfremden Einstellung und dogmatischen Regeln Jahr für Jahr mehr Probleme haben, ihre Schäfchen bei der Stange zu halten. Ich wünsche eine angenehme Sonntagsruhe und kein allzu unangenehmes Erwachen aus dem Tiefschlaf.
Zwei Opfer
Liebe Kinder,
folgende Übung ist nicht zur Nachahmung empfohlen. Und wenn, stellt euch nicht so blöd an wie die zwei Opfer unten - dank YouTube bleibt sowas der Nachwelt erhalten!
Special thanks to gissmog!
Schwarz auf Weiss: so sind Männer
Liebe Frau, Freundin, Verlobte, Weib und alle anderen Frauen!
Wir Männer sind einfach, direkt und unkompliziert!
- Wenn ihr etwas wollt, reicht es völlig, einfach danach zu fragen. Wir Männer sind im Vergleich zu euch einfach gestrickt. Wir verstehen keine subtilen und indirekten Fragen. Die funktionieren bei uns nie. Sagt alles einfach so wie es ist, auch wenn euch das unendlich schwer fällt!
- Wenn ihr denkt, ihr wärt zu fett oder zu dünn oder zu hässlich, ist das wahrscheinlich auch der Fall oder auch nicht! Egal. Fragt uns nie danach, wir verweigern fast immer die Aussage oder suchen nach einer belanglosen Floskel. Schönheit ist sowieso nur oberflächlich, lediglich die Hässlichkeit geht durch und durch. Mehr an Meinung zu diesem Thema ist von uns nicht zu erwarten.
- Wenn ihr eine Frage stellt auf die ihr keine Antwort erwartet, wundert euch nicht, dass eventuell eine Antwort kommt, die ihr nicht hören wolltet.
- Wenn wir euch bitten, ein belegtes Brot herzurichten, meinen wir nichts anderes als genau das, und nichts anderes. Es ist kein Vorwurf, dass es nicht auf dem Tisch steht. Es gibt bei uns Männern weder versteckte Andeutungen noch Vorwürfe. Unser Denken ist eine schnurgerade Linie und enthält weder Kurven, Serpentinen, Loopings oder Abzweigungen.
- Wir Männer sind simpel. Es hat keinen Sinn uns zu fragen, woran wir denken! 97 % der Zeit denken Männer an Sex, Autos, Bier, Fußball oder an ihre Arbeit. Nein, wir sind nicht besessen. Es ist einfach nur genau das, was uns gefällt. Ihr Frauen liebt uns bedingungslos und ohne Unterbrechung. Wir lieben euch natürlich auch, aber wir haben dazwischen zu tun.
- Manchmal denken wir Männer nicht an euch Frauen. Das ist aber nicht schlimm. Gewöhnt euch bitte daran! Fragt bitte nicht ständig, woran wir denken, es sei denn ihr seid bereit, über Sex, Autos, Motorräder, Bier oder Politik zu reden.
- Freitag/Samstag/Sonntag = viel essen = Freunde = Fußball vor'm Fernseher = viel Bier = schlechte Manieren. Es ist wie Vollmond, Ebbe, Flut oder Weihnachten. Es kommt und ist absolut unvermeidlich!
- Einkaufsbummel machen uns keinen Spaß, und wir Männer werden niemals Gefallen daran finden! Wenn wir mitmachen, dann ist das das größte zu erwartende Entgegenkommen, das es überhaupt gibt. Wenn wir Schuhe kaufen, dann nehmen wir allerspätestens das dritte Paar, das man uns zeigt. Drei oder mehr Stunden zum Kauf von Schuhen sind Zeitverschwendung. Man könnte in dieser Zeit ein oder mehrere Biere in der Kneipe an der Ecke trinken.
- Die meisten Männer haben 3 oder 4 Paar Schuhe. Wie kommt ihr auf die Idee, wir könnten auch nur einen Hauch von Ahnung haben, welches von euren 26 Paar Schuhen am besten zu euch passt?
- Wenn wir mit euch Frauen irgendwo hingehen, - welche Klamotten ihr auch trägt, es steht euch immer super. Ehrlich! Fragt uns nicht. Wir geben immer die gleiche Antwort. Ihr gefallt uns immer, egal wie viele und welche Fummeln ihr trägt.
- Antworten wie 'ja' oder 'nein' sind völlig ausreichend, egal wie die Frage lautet!
- Kopfschmerzen die 8 Wochen dauern, sind keine Kopfschmerzen! Geht zum Arzt!
- Wenn wir etwas sagen, das auf zwei Arten interpretiert werden kann, und eine dieser Varianten beunruhigt euch oder macht euch unglücklich, dann meinen wir ganz sicher die andere!
- Wir Männer sehen maximal 16 verschiedene Farben. Pfirsich ist eine Frucht, und Zyklamen sind Blumen. Aber es sind für uns Männer keine Farben! Und was für eine Farbe ist überhaupt aprikot, und wie zur Hölle schreibt man das?
- Autos, Motorräder, Bier, Computer, Spielkonsolen und Videokameras gefallen uns so wie euch eure Handtaschen und Schuhe gefallen. Ihr versteht uns nicht? Wir euch auch nicht.
- Wenn wir euch fragen, was los ist und ihr sagst "nichts", werden wir euch das glauben und überzeugt sein, dass alles in bester Ordnung ist! Wir haken in diesem Fall niemals nach.
- Wenn Ihr ein Problem habt, bittet uns nur darum, euch zu helfen, das Problem zu lösen. Bittet uns nicht, euch zu bemitleiden oder stundenlang darüber zu reden, wie es unter Freundinnen üblich ist.
- Wenn wir Männer mehrere Probleme haben, dann legen wir diese in eine Schublade. Zum Lösen holen wir die Probleme dann nach und nach heraus. Manche holen wir nie raus. Wozu auch? Ihr Frauen schleppt Tag und Nacht all eure berechtigten und unberechtigten Probleme in einem Problemrucksack mit euch herum und leidet ständig darunter. Oft gebt ihr uns Männer die Schuld daran. Vergesst es! Wir können nichts dafür, dass ihr unsere simple aber höchst wirksame Methode der Problemlösung weder beherrscht noch versteht. Denkt aber wenigstens gelegentlich daran, dass wir nicht immer Schuld haben an euren Problemrucksäcken!
- Fragt nicht immer: "Magst Du mich?" Seid euch sicher, dass wir andernfalls nicht mehr bei euch wären.
- Die wichtigste Regel im Falle des geringsten Zweifels bei einem Disput mit uns Männern: Nehmt das Einfachere!
