Neues iPhone?
Der Berg kreißte und gebar - ein iPhone 4S. Kein "5er" mit neuem, iPad-ähnlichem Formfaktor... nein, es gab nur ein schnödes 4S. Gut, das ist deutlich schneller und bekommt eine bessere Kamera - aber es war trotzdem irgendwie, als hätte es Socken zur Bescherung gegeben.
Ach ja, Siri. Ein sprachgesteuerter Assistent, dem man sein Anliegen jetzt einfach diktiert und schon sagt er, wie das Wetter wird und legt Termine an. Nett. Aber reizt mich gar nicht. Ich tippe lieber und spare mir das Upgrade. Und iOS 5 kommt am 12.10. - das ist rockt alleine mehr als ein paar Megapixel hier und Megahertz dort.
Friedrichs sommerlicher Sprechdurchfall
Ja, es ist Sommerloch und wir sind es gewohnt, dass sich in dieser Zeit all diejenigen entblöden, von denen man das ganze Jahr über glücklicherweise nichts hört. Egal, ob Scharfmacher Hans-Peter Uhl (CSU), der das Attentat in Norwegen nutzt um mal wieder nach der Vorratsspeicherung zu rufen (die es in Norwegen übrigens gibt) oder sein Parteifreund Kauder, der freiheitliches Denken für eine Modeerscheinung hält - nichts ist dumm genug, um dieser Tage nicht doch postuliert zu werden.
Nun meldet sich auch Innenminister Friedrich zu Wort. Er schmollt mal wieder über "dieses Internet", das ja irgendein Raum abseits der Gesellschaft zu sein scheint, in dem sich massenhaft lichtscheues Gesindel tummelt, das unter dem Deckmantel der Anonymität unbehelligt Straftaten plant und durchführt. Wie z.B. die Parteispender, die Altkanzler Kohl bis heute geheim hält. Darum möchte Herr Friedrich die Anonymität im Internet jetzt gerne abschaffen. Wie, das sagt er nicht. Vermutlich träumt es ihm von einem Netz der Marke "Chinesische Mauer" - wie auch seinem Parteifreund Uhl, mit einem großen, roten Knopf dran, den man im Bedarfsfall drücken kann. So eins, wie es der Herr Mubarak auch gerne gehabt hätte.
Friedrich, immerhin Jurist, wünscht sich, dass die Blogger mit "offenem Visier argumentieren" sollen. In den meisten Fällen tun sie das aufgrund der in Deutschland längst gültigen Impressumspflicht sowieso schon. Und falls nicht, was sollte seine Forderung bringen? Entweder Blogger bewegen sich mit ihren Äußerungen im rechtlichen Rahmen, dann stört sich auch niemand an der Anonymität. Falls nicht, gäbe es die üblichen Mittel der Strafverfolgung, wie sie bei anderen Formen der Internetkriminalität auch längst zur Anwendung kommen.
Die Identität des von Friedrich beispielhaft angeführten 'Fjordman', Breiviks Lieblingsblogger, ist übrigens bekannt. Das Problem mit Friedrich ist, dass hinter der Fassade des harmlosen Zausels ein berechnender Populist am Werk ist. Er provoziert bewusst den Aufschrei der Netzgemeinde, um seinen Wählern das Märchen vom rechtsfreien Raum glauben zu machen. 40% der Unions-Wähler sind über 60, weitere 25% sind der Altersgruppe der 45- bis 60-Jährigen zuzurechnen (Quelle: Statista). Von dieser Wählergruppe ist eine differenzierte Auseinandersetzung mit netzpolitischen Themen kaum zu erwarten.