Erik Schimmel Das musste einfach noch gesagt werden.

14Mai/091

Zwei Endspiele um die Deutsche Meisterschaft

Zugegeben: nach dem 31. Spieltag an dem alle für die Bayern gespielt hatten habe ich mir in der englischen Woche etwas mehr ausgerechnet - besonders bei den Paarungen Wolfsburg gegen Dortmund und Schalke gegen Stuttgart.

Wolfsburg hat die vier Gomez-Tore anscheinend gut weggesteckt und gegen starke Dortmunder eine überzeugende Leistung geboten. Die Kölner Niederlage gegen Berlin war vorhersehbar. Stuttgart hat trotz Schalker Überlegenheit in der Bierhalle drei Punkte geholt und klebt nach wie vor wie ein feuchtes Spätzle am Allerwertesten des Spitzentrios.

Wenn man allerdings die erste Halbzeit der Bayern gegen Leverkusen Revue passieren lässt muss man sich bei Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer bedanken, dass man sich nicht hinter Stuttgart auf Rang vier wiederfindet. Die Leistungen der Bayern gegen Cottbus und in der zweiten Halbzeit gegen Leverkusen lassen aber hoffen, dass es für den Titelendspurt reicht.

Der Titel wird wohl in diesem Jahr an die Mannschaft gehen, die sechs Punkte aus den verbleibenden zwei Spielen holt. Wolfsburg muss am nächsten Spieltag im Niedersachsen Derby gegen Hannover ran, Stuttgart spielt gegen im Abstiegskampf befindliche Lausitzer, Berlin zuhause gegen Schalke und Bayern muss auswärts gegen Hoffenheim antreten.

Hoffenheim ist eine schwere Hürde, zumal Ralf Rangnick keine Minute verstreichen lassen dürfte, seine Kloppertruppe auf die Revanche für die Niederlage in München "einzustellen". Mal sehen, wieviele Bayern-Spieler nach dem Spiel verletzt ausfallen.

Hoffen wir also, dass Hannover das Spiel gegen Wolfsburg noch ernst nimmt, Cottbus vielleicht einen Punkt in Stuttgart ermauert und Schalke in Berlin punktet und die Bayern als Tabellenführer zum Showdown um die Deutsche Meisterschaft am 34. Spieltag antreten - es bleibt wohl spannend bis zur letzten Minute.

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28Apr/090

Jürgen Klinsmann und das Ende des Bayernmärchens

Es kam, wie es nach den zuletzt schwachen Leistungen in der Liga und der Champions League kommen musste: am Montag, den 27.4. wurde Trainer Jürgen Klinsmann nach der 7. Saisonniederlage entlassen - ein richtiger Schritt.

Das Fazit der gut 300 Tage andauernden Ära Jürgen Klinsmann ist schnell gezogen: Leistungsträger wie Demichelis, Schweinsteiger, Toni oder Ribery haben sich nicht verbessert, sondern verschlechtert. Talente wie Podolski, Jansen oder Kroos konnten oder wollten nicht integriert werden. Taktische Veränderungen wurden nicht umgesetzt - schnell wurde auf das bewährte 4-4-2 System Ottmar Hitzfelds zurückgegriffen, um die Hinrunde nicht komplett aus der Hand zu geben. Auf der Habenseite ist lediglich das Leistungszentrum zu verbuchen.

Natürlich könnte man jetzt anführen, das System Klinsmann bräuchte mehr Zeit. Vergessen darf man dabei aber nicht, dass bei Verfehlen des Saisonziels Champions League Stars wie Ribery schwer zu motivieren sein dürften - an eine Vertragsverlängerung gar nicht zu denken. Dazu kommen finanzielle Ausfälle, die notwendige Verstärkungen in größerem Rahmen schwer machen. Wenn man sich den Verlauf der Saison ansieht, hat sich das Management sogar erstaunlich lange hinter Klinsmann gestellt.

Wer Bayern-Vorstandsmitglied Helmut Markwort in der Sondersendung der ARD zum Rauswurf Jürgen Klinsmanns genau zugehört hat, konnte zwischen den Zeilen folgendes heraushören:

  1. Das Verhältnis der Mannschaft zum Trainer war gestört. Gründe hierfür waren u.a. Mark van Bommel's Verbannung auf die Bank, der Hickhack um Landon Donovan der als "Spitzenspieler" in die Mannschaft integriert werden sollte und zuletzt die Massnahme gegen Michael Rensing.
  2. Klinsmann's Engagement wäre aller Wahrscheinlichkeit nach auch beendet gewesen, wenn er die Schale gewonnen hätte. Zu nachhaltig waren die Demütigungen zuhause gegen Bremen und Schalke sowie auswärts gegen Leverkusen, Wolfsburg und Barcelona. Das Tischtuch zwischen den Fans, die zum größten Teil von Anfang skeptisch waren und Klinsmann war zerschnitten.

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass der Sprung an die internationale Spitze für den neuen Trainer in der Saison 2009/10 eine Herkulesaufgabe darstellen dürfte. National wird am FC Bayern aber auch in Zukunft wohl kein Weg vorbeiführen.

Bleibt die Bundesliga: es ist noch alles drin in der Meisterschaft. Meine Dramaturgie für die letzten 5 Spieltage: der VfB Stuttgart holt Magath's Wölfe am 31. Spieltag vom Thron und am 34. Spieltag gibt es ein Endspiel um die Schale in der Arena. Und als Bayern-Fan drücke ich der Mannschaft inkl. Jupp Heynckes die Daumen.

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