Deutschland sucht den Supervollpfosten
Nachdem es zur liebgewonnenen Tradition geworden ist, sich im Web 2.0 über Sendungen wie "Bauer sucht Frau", "Popstars" und "Germany's Next Topmodel" auszutauschen habe ich mich gestern auch auf den Start der 7. Staffel "Deutschland sucht den Superstar" gefreut - sozusagen der Klassiker unter den Reality Soaps. Habe ich früher noch ein weiten Bogen um diese Formate gemacht, konnte ich letztes Jahr dank Twitter und Facebook selbst diesen als "Unterschichten-Fernsehen" bezeichneten Sendungen etwas komisches abgewinnen - die Kommentare aus dem Web sind eben einfach genial und eine Klasse für sich.
Was RTL aber gestern in DSDS geboten hat war mir zuviel. Ich habe im Grunde kein Problem damit, wenn sich volljährige Menschen vor einem Millionenpublikum zum Deppen machen, sie werden ja nicht dazu gezwungen. Für mich hört der Spaß aber dann auf wenn Menschen in der Sendung gedemütigt werden denen offensichtlich die Einschätzung ob sie bei DSDS teilzunehmen sollen nicht zuzutrauen ist wie z.B. dem Kandidaten, der mit vollgepinkelter Hose vor der Kamera stand. Ebenso wie man heute erwarten kann, dass man sich im Fernsehen nicht über Behinderte lustig macht hätte man hier verhindern können, dass ein Kandidat zum potentiellen Mobbing-Opfer gemacht wird.
Vor etwas über einem Monat hat die Nation erschüttert von Robert Enke Abschied genommen. Gelernt hat man daraus offenbar nichts. Es ist völlig gleichgültig, welche Schicksale einzelne erleiden müssen, solange das Produkt Fernsehen Millionen mit billiger Unterhaltung und Werbung versorgt. Vermutlich wird man wieder erst dann umdenken wenn die BILD Zeitung in großen Buchstaben vermeldet hat, dass sich ein Kandidat aus dem Zirkus Maximus wegen Depressionen aufgrund anhaltenden Mobbings das Leben genommen hat.
Meine Agenda 2010
Ich liebe meine Kinder, aber wenn sie mir auf den Bauch patschen um mich auf dessen Umfang hinzuweisen, hört der Spaß auf. Soviel Kindermund muß definitiv nicht sein - auch wenn ich im vergangenen Jahr zwei, nämlich die 90-Kilo- und die 100-cm-Taillenumfang-Schallmauer, durchbrochen habe.
Wenn ich mich nicht in allzu ferner Zukunft mit Stöcken durch den Wald bewegen und mich als "Nordic Walker" zum Gespött der Leute machen möchte, muss sich etwas ändern. Jetzt. Ich möchte mir meine New York-Marathon Bilder wieder ohne schlechtes Gewissen anschauen können. Mein damaliges Laufgewicht ist utopisch, aber mein Wohlfühl-Gewicht von 82 Kilo bei 36" Bauchumfang hätte ich gerne wieder.
Der Plan
Das praktische an einem privaten Blog ist, dass man seine Vorsätze dort posten und sich so eine zusätzliche Motivation verschaffen kann. Ich möchte bewußt keine Diät, sondern eine Umstellung meiner Eßgewohnheiten herbeiführen. Das bedeutet: weniger Süßigkeiten und fetthaltiges Essen, mehr Obst. Jede Woche 1 Kilo verlieren ist ein realistisches Ziel und mit etwas Sport durchaus machbar.
Und wenn's für den Marathon schon nicht reicht, möchte ich 2010 wenigstens zwei Halbmarathons laufen: einen im Frühjahr und einen im Herbst. Unter 2 Stunden.
Los geht's. Für's Protokoll: Bauchumfang am 4.1.2010 101 cm, Gewicht 92,2 kg.
Weihnachten 2009
Ich bin nicht religiös und darum bedeutet mir Weihnachten, zumindest im christlichen Sinne, nichts. Ich habe immer sehr schöne Weihnachtsfeste im Kreis meiner Familie verbracht - ohne Streit, ohne Hektik und ohne Stress. Daher ist Weihnachten für mich in erster Linie ein Familienfest und ich denke an den Feiertagen gerne an diejenigen, die mir am Herzen liegen. Heute sind das vor allem meine Familie und meine Freunde.
Der gängigen Meinung nach sind die gängigen Vertreter des Web 2.0 wie Twitter oder Facebook oberflächlich und tragen zur Vereinsamung bei. Für mich hat das nicht zugetroffen. Durch das Internet kann ich mit Menschen in Kontakt bleiben, die nicht in meiner Nähe sind. Ich kann Menschen kennenlernen, die meine Interessen teilen. Und ich habe durch diese Medien Kontakte geknüpft, die ganz und gar nicht oberflächlich sind. Diese Menschen haben meinen Horizont erweitert, mich zum Nachdenken oder zum Lachen gebracht.
Da war das spontane Päckchen von Haike mit dem Bayern-Trikot drin. Da war der Kontakt zu Yvonne, die mittlerweile eine liebe Freundin geworden ist oder Lilian, die mir sympathisch war und am Ende den Auftrag bekam, meine Website zu texten. Und es gab die pl0gbar-Abende, an denen man sich getroffen, gequatscht und viel Spaß gehabt hat. Ich freue mich, dass ihr um mich rum seid, egal ob online oder offline!
"Freunde sind Menschen, die dich mögen, obwohl sie dich kennen" heißt es. In diesem Sinne wünsche ich euch schöne Feiertage!
Die Gowalla-Wette
Frau Sim und ich liefern uns seit einiger Zeit ein hitziges Gefecht auf Gowalla um den Titel des erfolgreicheren virtuellen Reisenden. Nun ist es leicht, auf Gowalla wahllos Spots und Pins zu sammeln - ein freier Nachmittag in der Innenstadt reicht. Es galt also den Schwierigkeitsgrad zu steigern. Daraus resultierte folgende Wette: wer zuerst alle verfügbaren Items auf Gowalla einsammelt und dabei die wenigsten Stamps benötigt, gewinnt ein Fußballspiel seiner Wahl.
Die Herausforderung besteht also darin, Spots taktisch sinnvoll anzulegen und die Items gezielt zu suchen - Strategie statt Drive By.
Sharing is caring - darum poste ich an dieser Stelle mein Gowalla-Knowhow. Für die Chancengleichheit. Man gewinnt spielt ja schließlich fair
Hier ist mein Gowalla Handbuch und ein Glossar zum Querlesen.
Update:
Es war aufwändiger als wir uns das gedacht haben: rund 200 Spots später und gleichauf haben Yvonne und ich beschlossen, die Wette sausen zu lassen und lieber aus Spaß an der Freude weiter zu sammeln. Der Stand am 14.12.:

