Erik Schimmel Das musste einfach noch gesagt werden.

6Apr/101

Datenschutz

Unwillkürlich fiel mir gestern der alte Witz von dem Elefanten ein, der durch einen Ameisenhaufen getrampelt ist. Der Elefant schüttelt unbeeindruckt die aufgebrachten Ameisen ab, bis auf eine - der rufen sie dann zu: "Würg ihn, Egon... würg ihn!"

Unsere Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) ist eine solche Ameise, die sich gerade an Facebook-Chef Mark Zuckerberg reibt. Sie droht mit der Kündigung ihres Facebook-Accounts, sollte das soziale Netzwerk (mehr als 400 Mio. Benutzer weltweit) künftig nicht sorgfältiger mit den privaten Daten seiner Mitglieder umgehen. Mark Zuckerberg wird seit gestern nicht mehr ruhig schlafen können. Konkret ging es um die Ankündigung von Facebook, Benutzerdaten künftig ausgewählten dritten Unternehmen zur Verfügung stellen zu wollen. So nutzen z.B. die Nutzer von AIM ihre Facebook-Identität, um sich bei diesem Dienst anzumelden.

So weit, so gut. Man möchte der wackeren Ilse gerne glauben, dass sie sich so sehr um die privaten Daten ihrer Wähler und Wählerinnen sorgt, hätte sie in der letzten Legislaturperiode nicht nur für die Internetzensur, sondern auch für die Vorratsdatenspeicherung gestimmt. Und wäre da nicht auch der höchst umstrittene elektronische Entgeltnachweis ELENA, der Daten von Arbeitnehmern ebenfalls millionenfach speichert, wie z.B. die Teilnahme an Streiks oder Fehlzeiten durch Krankheit. Zugegeben, ELENA liegt nicht in Frau Aigners Resort - und lässt sich auch nicht so medienwirksam vor den eigenen Karren spannen.

Erik Schimmel bei Facebook

Mein Facebook-Account

Ich werde auch oft gefragt, warum ich meine Daten Twitter, Facebook und anderen sozialen Netzwerken zur Verfügung stelle. Um ehrlich zu sein: es ist mir herzlich egal, was sie damit machen. Vielleicht liegt das daran, dass ich das Internet seit der Zeit nutze, als man sich noch mit dem Modem einwählen musste. Seit damals nehme ich das Internet als Netzwerk ohne nationale Grenzen wahr und achte auf meine Daten. Was über mich öffentlich zu lesen ist, bestimme ich - und nicht Facebook oder ein anderes Netzwerk. Das beginnt damit, dass ich mir überlege was ich freigebe und endet mit der Auswahl der potentiellen Zielgruppe, der ich Zugriff auf diese Informationen gewähre.

Ein Netzwerk wie Facebook ist kein altruistischer Verein, der Serverfarmen und Personal kostenlos zur Verfügung stellt sondern ein Wirtschaftsbetrieb. Natürlich werden Datenprofile zum Zwecke der Werbung erstellt. Ein Geschäftsmodell, das in ähnlicher Form auch Payback betreibt. Payback gewährt Rabatt gegen Daten, so viel ich weiß ohne bisher bei Frau Aigner angeeckt zu sein. Direktmarketing-Gesellschaften wie Schober verfügen schon seit Jahren über umfangreiche Datenprofile, die jedem gegen Bezahlung zugänglich sind. Personen mit Mercedes und Eigenheim in einen bestimmten Stadtviertel? Kein Problem, geht völlig ohne Google.

Im Gegensatz zu ELENA ist die Teilnahme an sozialen Netzwerken wie Facebook freiwillig. Der Zweck eines sozialen Netzwerks ist, Informationen auszutauschen und wem das keinen Spaß macht, der läßt es eben. Mir geht jedenfalls das ewige Lamento der (in der Regel fachunkundigen) Politiker oder Journalisten über Google, Facebook und wie sie alle heißen allmählich auf den Geist. Aufklärung gerne, aber verteufeln muss man soziale Netzwerke nicht. Jede Mail die ich versende landet auf einem Server, der wiederum von Menschen administriert wird, die potentiell auf meine Daten zugreifen könnten - auch ohne Datenschutzbestimmungen, denen ich vorab zugestimmt haben soll wie es die Politik jetzt von Google fordert.

Man hat früher auch nicht in Postkarten aus dem Urlaub über Saufgelage und Sexorgien berichtet wenn man nicht wußte, was der Empfänger mit diesen Informationen anstellen würde. Bei sozialen Netzwerken ist es nicht anders. Wenn ich meine Friends und Follower nur oberflächlich kenne, gebe ich ihnen auch nur oberflächliche Informationen frei. Was sie dann damit anstellen, muss mich dann auch nicht beunruhigen.

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9Mrz/101

Das iPad – bringt es attraktivere Tarife?

Erste Werbespots kündigen an, dass das iPad nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen wird. Ich finde, der Spot macht Lust auf das Gerät.

Interessant wird, wie sich die Mobilfunkanbieter positionieren werden: da das iPad ohne Sim Lock angeboten wird könnten sich endlich Tarife etablieren, die auch für iPhone-Benutzer interessant sind. Auch wenn das Netz von T-Mobile für das iPhone noch am besten geeignet ist: ewig dürfte der Exklusiv-Status nicht zu halten sein und Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft. O2 traue ich im Markt mobiler Internettarife am meisten zu.

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6Mrz/100

Der Krämermarkt in Filderstadt

Hurra  endlich ist er wieder da, der Krämermarkt in Filderstadt. Dreimal jährlich freuen wir uns über diese Attraktion direkt vor unserer Haustür, die es uns endlich wieder ermöglicht den Stand des Landfrauenvereins Bernhausen zu besuchen. Oder Socken zu kaufen. Auch Kinderkleidung aus Kambodscha oder Spielzeug aus China können wir endlich preisgünstig erwerben - von Kindern für Kinder sozusagen. Um es kurz zu machen: die Fülle des Angebots versetzt uns jedesmal auf's neue in Staunen und die Vorfreude auf den Trödelmarkt wächst von Tag zu Tag.

Am Samstag früh ab 5:00 Uhr geht es dann endlich los. In der Garageneinfahrt parken die ersten Trödler und beginnen ihre Stände aufzubauen. Die Händler kennen und grüßen sich lautstark und so bekommt man unter dem Schlafzimmerfenster gleich morgens das Gefühl, Teil des Krämermarktes zu sein. Tagsüber kommen die Besucher dann scharenweise und kaufen alles, was sie finden können. Wo sonst bekommt man heute noch derart exquisiten Schmuck, qualitativ hochwertige Waren und kulinarische Leckereien vom Rost angeboten!

Da parkt man als Anwohner gerne das Auto ein paar Blöcke weiter, schleppt die Wochenendeinkäufe an den Ständen vorbei nach Hause und verzichtet auf Erledigungen, für die man sonst am Wochenende Zeit hätte. Besuch hat man sowieso schon und falls doch mal ein Notfall passiert, braucht man ja keinen Krankenwagen wenn der Stand der RK Filder nur wenige Meter entfernt ist.

Alles in allem also ein Publikumsmagnet, um den uns die Region beneidet - meint zumindest die Bürgermeisterin von Filderstadt, Frau Dönig-Poppensieker in ihrer Bürgersprechstunde. So werden wir also nicht fürchten müssen, dass diese unverzichtbare Attraktion in Zukunft in der Fußgängerzone, in einem Gewerbegebiet oder gar in einem anderen Stadtteil stattfindet. Freuen wir uns also darauf, wenn der Scherenschleifer im September und Dezember wiederkommt!

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24Feb/100

Lohnt sich “Der Spiegel” als App?

Die Spiegel App

Die Spiegel App

Es ist soweit: nach der Bild und der Welt gibt es jetzt auch den Spiegel als elektonische Publikation für das iPhone zum downloaden. Kann das gut gehen?

Nach 4 Tagen Spiegel App würde ich sagen: es kann, auch wenn man es vielleicht nicht unbedingt braucht. Ich könnte natürlich das Heft lesen - auf dem Sofa, dem Klo oder in der S-Bahn - und das bequemer als mit dem iPhone. Das setzt aber voraus, dass ich vorher zum Kiosk gelaufen oder Abonnent bin - und gerade letzteres sehe ich im digitalen Zeitalter immer weniger ein.

Für mich als spontanen Konsumenten stellt die App ein Kaufanreiz dar. Oft ist man in der Situation, in denen man Zeit hätte den Spiegel zu lesen, aber das Heft nicht zur Hand hat. Und hier beginnt sich der Charme der App auf dem iPhone zu entfalten. Der Download vollzieht sich flott und unproblematisch, nach wenigen Sekunden hat man das aktuelle Heft auf dem iPhone - und das bereits am Samstag. Mein erster Download beinhaltete allerdings keine Bilder - laut (dem im übrigen sehr schnellen) Support ein Problem, das sich durch nochmaligen Download des Hefts beheben läßt.

Die Artikel sind speziell für das iPhone aufbereitet und lassen sich erstaunlich gut lesen. Die Schriftgröße läßt sich in 3 Größen anpassen. Es fehlt jedoch die Möglichkeit, die Schriftart zu ändern, beim Reader Stanza ist das möglich. Die Navigation ist einfach und übersichlich: über das iPhone-typische Wischen lassen sich die Seiten umblättern, das Antippen der Bildschirmmitte öffnet das Steuerungsmenü. Das Wischen empfinde ich als Manko, das Blättern über das Antippen des Bildschirms wie bei Stanza finde ich komfortabler. Gut gelöst ist die Anzeige der Fotostrecke mit den Bildunterschriften durch drehen den iPhones. Wünschenswert wäre auch eine Stichwortsuche über alle Artikel der auf dem iPhone geladenen Hefte.

Ein dicker Minuspunkt ist der Preis: in der Probephase kostet die digitale Ausgabe 2,99€, danach hätte man gerne 3,99€. Die Printausgabe kostet derzeit 3,80€. Ein digitales Produkt, das teurer ist als die Printausgabe läßt sich wohlwollend nur durch den Wegfall von Werbeeinnahmen erklären. Es zeigt das Dilemma auf, in dem sich das Verlagswesen befindet: die Preisgestaltung der derzeit auf dem Markt befindlichen Produkte verhindert eine rasche Akzeptanz des Mediums. Hier müssen die Verlage noch ihre Hausaufgaben machen und begreifen, dass der Content im Internet kostenlos ist. Mehrwert durch exclusive Artikel reicht nicht, er muss auch attraktiv erscheinen.

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