Der Krämermarkt in Filderstadt
Hurra endlich ist er wieder da, der Krämermarkt in Filderstadt. Dreimal jährlich freuen wir uns über diese Attraktion direkt vor unserer Haustür, die es uns endlich wieder ermöglicht den Stand des Landfrauenvereins Bernhausen zu besuchen. Oder Socken zu kaufen. Auch Kinderkleidung aus Kambodscha oder Spielzeug aus China können wir endlich preisgünstig erwerben - von Kindern für Kinder sozusagen. Um es kurz zu machen: die Fülle des Angebots versetzt uns jedesmal auf's neue in Staunen und die Vorfreude auf den Trödelmarkt wächst von Tag zu Tag.
Am Samstag früh ab 5:00 Uhr geht es dann endlich los. In der Garageneinfahrt parken die ersten Trödler und beginnen ihre Stände aufzubauen. Die Händler kennen und grüßen sich lautstark und so bekommt man unter dem Schlafzimmerfenster gleich morgens das Gefühl, Teil des Krämermarktes zu sein. Tagsüber kommen die Besucher dann scharenweise und kaufen alles, was sie finden können. Wo sonst bekommt man heute noch derart exquisiten Schmuck, qualitativ hochwertige Waren und kulinarische Leckereien vom Rost angeboten!
Da parkt man als Anwohner gerne das Auto ein paar Blöcke weiter, schleppt die Wochenendeinkäufe an den Ständen vorbei nach Hause und verzichtet auf Erledigungen, für die man sonst am Wochenende Zeit hätte. Besuch hat man sowieso schon und falls doch mal ein Notfall passiert, braucht man ja keinen Krankenwagen wenn der Stand der RK Filder nur wenige Meter entfernt ist.
Alles in allem also ein Publikumsmagnet, um den uns die Region beneidet - meint zumindest die Bürgermeisterin von Filderstadt, Frau Dönig-Poppensieker in ihrer Bürgersprechstunde. So werden wir also nicht fürchten müssen, dass diese unverzichtbare Attraktion in Zukunft in der Fußgängerzone, in einem Gewerbegebiet oder gar in einem anderen Stadtteil stattfindet. Freuen wir uns also darauf, wenn der Scherenschleifer im September und Dezember wiederkommt!
- Aufbau der Stände
- Der Landfrauenverein Bernhausen
- Der Scherenschleifer
- Der Krämermarkt in Filderstadt Bernhausen
Lohnt sich “Der Spiegel” als App?
Es ist soweit: nach der Bild und der Welt gibt es jetzt auch den Spiegel als elektonische Publikation für das iPhone zum downloaden. Kann das gut gehen?
Nach 4 Tagen Spiegel App würde ich sagen: es kann, auch wenn man es vielleicht nicht unbedingt braucht. Ich könnte natürlich das Heft lesen - auf dem Sofa, dem Klo oder in der S-Bahn - und das bequemer als mit dem iPhone. Das setzt aber voraus, dass ich vorher zum Kiosk gelaufen oder Abonnent bin - und gerade letzteres sehe ich im digitalen Zeitalter immer weniger ein.
Für mich als spontanen Konsumenten stellt die App ein Kaufanreiz dar. Oft ist man in der Situation, in denen man Zeit hätte den Spiegel zu lesen, aber das Heft nicht zur Hand hat. Und hier beginnt sich der Charme der App auf dem iPhone zu entfalten. Der Download vollzieht sich flott und unproblematisch, nach wenigen Sekunden hat man das aktuelle Heft auf dem iPhone - und das bereits am Samstag. Mein erster Download beinhaltete allerdings keine Bilder - laut (dem im übrigen sehr schnellen) Support ein Problem, das sich durch nochmaligen Download des Hefts beheben läßt.
Die Artikel sind speziell für das iPhone aufbereitet und lassen sich erstaunlich gut lesen. Die Schriftgröße läßt sich in 3 Größen anpassen. Es fehlt jedoch die Möglichkeit, die Schriftart zu ändern, beim Reader Stanza ist das möglich. Die Navigation ist einfach und übersichlich: über das iPhone-typische Wischen lassen sich die Seiten umblättern, das Antippen der Bildschirmmitte öffnet das Steuerungsmenü. Das Wischen empfinde ich als Manko, das Blättern über das Antippen des Bildschirms wie bei Stanza finde ich komfortabler. Gut gelöst ist die Anzeige der Fotostrecke mit den Bildunterschriften durch drehen den iPhones. Wünschenswert wäre auch eine Stichwortsuche über alle Artikel der auf dem iPhone geladenen Hefte.
Ein dicker Minuspunkt ist der Preis: in der Probephase kostet die digitale Ausgabe 2,99€, danach hätte man gerne 3,99€. Die Printausgabe kostet derzeit 3,80€. Ein digitales Produkt, das teurer ist als die Printausgabe läßt sich wohlwollend nur durch den Wegfall von Werbeeinnahmen erklären. Es zeigt das Dilemma auf, in dem sich das Verlagswesen befindet: die Preisgestaltung der derzeit auf dem Markt befindlichen Produkte verhindert eine rasche Akzeptanz des Mediums. Hier müssen die Verlage noch ihre Hausaufgaben machen und begreifen, dass der Content im Internet kostenlos ist. Mehrwert durch exclusive Artikel reicht nicht, er muss auch attraktiv erscheinen.
Quo vadis, iPad?
Nun ist es also da, das lang erwartete Wunder-Gadget von dem alle offensichtlich erwartet haben, es könnte auch 5 Pfund junges Gemüse in 5 Minuten putzen. Kann es aber nicht - und schon ist das Gemecker groß. Um es vorweg zu nehmen: ich habe im Moment keine Verwendung für das iPad und ebenso wenig wie ich den Hype vor der Veröffentlichung nachvollziehen konnte, verstehe ich jetzt die allgemeine Enttäuschung. Das iPad setzt meiner Meinung nach sehr wohl Maßstäbe, es wird aber noch einige Zeit dauern bis der Markt das Gerät als das erkennt, was es ist: ein Gadget, kein Computer.
Als das iPhone 2007 vorgestellt wurde wusste ich sofort, dass ich das haben wollte und bin nicht enttäuscht worden - trotz vieler Bugs in den ersten Versionen. Ich habe es mir gekauft aufgrund der Dinge, die es konnte - und zwar weitaus besser konnte, als andere "Smartphones". So war mir z.B. herzlich egal, dass es zum damaligen Zeitpunkt Kamera-Handies gab, die mehr Megapixel hatten oder MMS versenden konnten - weil ich es nicht brauchte. Was ich brauchte, war ein vernünftig bedienbares, Internet-fähiges Telefon, das meine Playlists synchronisiert und es mir so ersparte, meinen iPod und mein Handy mit mir rumzuschleppen.
Apples Produktphilosophie war immer schon "Simplicity" - ein Gerät, das seinen Einsatzzweck so einfach wie möglich erfüllt. Wer also fehlende Schnittstellen, Speicherkarten, WebCams etc. beklagt sollte sich evtl. fragen, ob er mit einem leichten Subnotebook nicht besser bedient wäre - es gibt ja z.B. das MacBook Air.
Natürlich kann man auch das geschlossene Öko-System iTunes, iPod, iPad etc. kritisieren. Ein iPod, iPhone oder iPad müssen aber meiner Meinung nach nicht offen sein. Es sind Gadgets. Mein altes jailbreaked iPhone 2G ist offen - stabiler ist es dadurch nicht geworden. Ein Auto verwendet auch proprietäre Technologie und jeder akzeptiert es. Kein Mensch würde erwarten einen BMW-Motor in einen VW einbauen zu können. Das Navigationssystem navigiert ebenfalls geschlossen, ohne dass man zusätzliche Themes, Skins oder sonstwas dazu installieren müsste.
Apple ist eben auch Anbieter multimedialer Inhalte und läßt sich das bezahlen. Das ist ein legitimes Geschäftsmodell das man akzeptieren kann, aber nicht muss. Mich hat es bisher nie gestört, dass ich iTunes zum befüllen meines iPods oder iPhones benötige - warum auch. Es tut genau das, was es soll. Wer ein Smartphone braucht, das "hackable" ist, findet sicher eins und handelsübliche Netbooks werden nach der iPad-Ankündigung auch nicht vom Markt verschwinden.
Das iPad ist ein Multimedia-Terminal das Apples Inhalte transportiert - nicht mehr und nicht weniger. Videos, Musik und Apps kommen via iTunes, die Auswahl ist heute schon riesig. Interessant finde ich daneben die Möglichkeit, multimediale Inhalte über den virtuellen Bookstore zu beziehen. Sollten die Inhalte überzeugen, käme das Gerät auch für mich in Frage. Dazu kommt die beispiellos gute Bedienung. Eindeutig verbesserungswürdig ist allerdings das fehlende Multitasking oder dass keine Flash-Inhalte abgespielt werden können. Beides lässt sich Software-seitig nachbessern und ich sehe keinen Grund, warum das nicht kommen sollte.
Warten wir's also ab, wie sich das Produkt entwickelt - der iPod war anfangs ja auch "nur" ein MP3-Player.
Deutschland sucht den Supervollpfosten
Nachdem es zur liebgewonnenen Tradition geworden ist, sich im Web 2.0 über Sendungen wie "Bauer sucht Frau", "Popstars" und "Germany's Next Topmodel" auszutauschen habe ich mich gestern auch auf den Start der 7. Staffel "Deutschland sucht den Superstar" gefreut - sozusagen der Klassiker unter den Reality Soaps. Habe ich früher noch ein weiten Bogen um diese Formate gemacht, konnte ich letztes Jahr dank Twitter und Facebook selbst diesen als "Unterschichten-Fernsehen" bezeichneten Sendungen etwas komisches abgewinnen - die Kommentare aus dem Web sind eben einfach genial und eine Klasse für sich.
Was RTL aber gestern in DSDS geboten hat war mir zuviel. Ich habe im Grunde kein Problem damit, wenn sich volljährige Menschen vor einem Millionenpublikum zum Deppen machen, sie werden ja nicht dazu gezwungen. Für mich hört der Spaß aber dann auf wenn Menschen in der Sendung gedemütigt werden denen offensichtlich die Einschätzung ob sie bei DSDS teilzunehmen sollen nicht zuzutrauen ist wie z.B. dem Kandidaten, der mit vollgepinkelter Hose vor der Kamera stand. Ebenso wie man heute erwarten kann, dass man sich im Fernsehen nicht über Behinderte lustig macht hätte man hier verhindern können, dass ein Kandidat zum potentiellen Mobbing-Opfer gemacht wird.
Vor etwas über einem Monat hat die Nation erschüttert von Robert Enke Abschied genommen. Gelernt hat man daraus offenbar nichts. Es ist völlig gleichgültig, welche Schicksale einzelne erleiden müssen, solange das Produkt Fernsehen Millionen mit billiger Unterhaltung und Werbung versorgt. Vermutlich wird man wieder erst dann umdenken wenn die BILD Zeitung in großen Buchstaben vermeldet hat, dass sich ein Kandidat aus dem Zirkus Maximus wegen Depressionen aufgrund anhaltenden Mobbings das Leben genommen hat.




