Erik Schimmel Was raus muss, muss raus.

27Nov/110

Man muss auch mal “Nein” sagen können.

Ich habe bei der heutigen "Volksabstimmung über die Gesetzesvorlage des S21-Kündigungsgesetzes" mit "Nein" und damit für das Projekt Stuttgart 21 gestimmt.

Ja, es gibt eine Reihe von Argumenten gegen das Bahnprojekt. Angefangen mit den Tricksereien von Bahn und Politik, der fehlenden Transparenz, den Kostensteigerungen, und so weiter, und so fort. Mit all dem haben die Projektgegner Recht. Das Problem dabei ist nur: mit dem Austausch des Projekts ändern sich deren Protagonisten nicht. Auch K21 würde, wie jedes Großprojekt, vermutlich teurer werden als geplant. Auch bei K21 würde getrickst und verdunkelt werden, wenn sich eine Prämisse des Projekts als falsch herausstellt. Schon heute lügen die Projektgegner bei den Kosten für den Ausstieg: allein die Summe der Schadenersatzklagen für das weitestgehend ausgeschriebene Projekt dürfte astronomisch sein. Dazu kämen Kosten für die erneute Planung, die Sanierung des Gleiskörpers, usw.

Das alles kann man drehen und wenden wie man möchte, aber abgesehen vom jahrelangen Stillstand bekäme man nur alte Probleme im grünen Gewand. Cover my ass ist die Devise: auch grüne Politiker hängen an ihren Posten und Diäten und verlieren diese wegen eines Großprojekts nur ungern. Berufspolitiker kleben parteiübergreifend an ihren Stühlen und wer glaubt, die Grünen würden hier einen Unterschied machen ist naiv und sollte sich die Vita des Cem Özdemir mal genauer ansehen.

Wenn man sich Stuttgart mit Google Earth ansieht erkennt man, wie der 100 Jahre alte Bahnhof mit seinem Gleiskörper die Stadt verschandelt. Allein die Chance, dass die Gleise aus der Stadt verschwinden war für mich immer ein Grund für das Projekt zu sein, trotz der hohen Kosten. Ich gebe auch gerne zu, dass mir der Bahnhof dabei herzlich egal ist. Einen Bahnhof kann man modernisieren. Aber die Chance auf eine Stadt ohne Gleiskörper, die bekommt man mit K21 nicht.

Zum Bahnhof selbst: ich bin kein Verkehrsplaner und kann deshalb nicht beurteilen, ob 8 unterirdische Gleise ausreichen, um das Verkehrsaufkommen in Spitzenzeiten abzuwickeln. Der gesunde Menschenverstand sagt mir aber, dass selbst der am schnellsten wendende Zug langsamer ist als ein durchfahrender. Dazu kommt, dass man viel Fernverkehr zukünftig über den Filderbahnhof leiten und gar nicht mehr in den Kessel fahren lassen muss. In der Schlichtung wurde die Bahn darüber hinaus zu baulichen Nachbesserungen, z.B. im Bereich Barrierefreiheit verpflichtet.

Am Beginn von S21 stand der Wunsch nach der städtebaulichen Veränderung Stuttgarts. Alles in allem ist das auch genau der Grund, warum ich heute für das Projekt gestimmt habe.

Stimmzettel Volksabstimmung

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18Nov/110

RT RT RT RT Aaargh!

Es gibt keine Gebrauchsanleitung für Twitter und deswegen soll jeder nach seiner Façon damit glücklich werden. Wenn es aber einfache, funktionierende Lösungen für gängige Probleme gibt bin ich dafür, sie zu propagieren. ;-)

Heute: der Retweet.

In den frühen Twitter-Anfängen gab es keine native Retweet-Funktion. Für einen Retweet stellte man "RT " vor den Tweet - mit dem Nachteil, dass sich die Textlänge pro Retweet um 3 Zeichen verkürzte. Die Twitter-Clients erledigten das zwar automatisch, aber häufig musste der Tweet noch manuell "nachbearbeitet" werden. Mit der nativen Retweet-Funktion ist das glücklicherweise Vergangenheit. Man sieht sofort den Urheber des Tweets, kann ihn einfach an die Timeline weiter reichen und das Original muss nicht geändert werden. Alle sind happy.

Warum sollte man diese Funktion also nicht nutzen? Mir fallen eigentlich nur zwei Gründe ein:

  1. Der Client beherrscht den nativen Retweet nicht. Mir ist eigentlich keiner bekannt, aber in diesem Fall sollte man den Client wechseln. Punkt.
  2. Man möchte den Tweet kommentieren. Am schnellsten ginge das ja über die Reply-Funktion. Gegen diese technisch einfache Lösung spricht jedoch manchmal der Wunsch, die gesamte Timeline am Original und dem Kommentar teilhaben lassen zu wollen. Für den kurzen Kommentar böte sich da die "Zitieren"-Funktion vieler Clients an, die den Original-Tweet inkl. Urheber in Anführungszeichen setzt, für den längeren Kommentar setzt man einfach ein Punkt vor den Reply.

Warum der Rant? Weil der Mensch faul ist und - anstatt sich zum Original-Tweet durchzuklicken - lieber die Timelines anderer Leute mit nicht-nativen RT's vollmüllt. Darum.

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