RT RT RT RT Aaargh!
Es gibt keine Gebrauchsanleitung für Twitter und deswegen soll jeder nach seiner Façon damit glücklich werden. Wenn es aber einfache, funktionierende Lösungen für gängige Probleme gibt bin ich dafür, sie zu propagieren.
Heute: der Retweet.
In den frühen Twitter-Anfängen gab es keine native Retweet-Funktion. Für einen Retweet stellte man "RT " vor den Tweet - mit dem Nachteil, dass sich die Textlänge pro Retweet um 3 Zeichen verkürzte. Die Twitter-Clients erledigten das zwar automatisch, aber häufig musste der Tweet noch manuell "nachbearbeitet" werden. Mit der nativen Retweet-Funktion ist das glücklicherweise Vergangenheit. Man sieht sofort den Urheber des Tweets, kann ihn einfach an die Timeline weiter reichen und das Original muss nicht geändert werden. Alle sind happy.
Warum sollte man diese Funktion also nicht nutzen? Mir fallen eigentlich nur zwei Gründe ein:
- Der Client beherrscht den nativen Retweet nicht. Mir ist eigentlich keiner bekannt, aber in diesem Fall sollte man den Client wechseln. Punkt.
- Man möchte den Tweet kommentieren. Am schnellsten ginge das ja über die Reply-Funktion. Gegen diese technisch einfache Lösung spricht jedoch manchmal der Wunsch, die gesamte Timeline am Original und dem Kommentar teilhaben lassen zu wollen. Für den kurzen Kommentar böte sich da die "Zitieren"-Funktion vieler Clients an, die den Original-Tweet inkl. Urheber in Anführungszeichen setzt, für den längeren Kommentar setzt man einfach ein Punkt vor den Reply.
Warum der Rant? Weil der Mensch faul ist und - anstatt sich zum Original-Tweet durchzuklicken - lieber die Timelines anderer Leute mit nicht-nativen RT's vollmüllt. Darum.
Vertrauen in die Unfähigkeit
Mein Vertrauen in die Politik bestand bisher darin, dass die Damen und Herren Anwälte, Lehrer und Gewerkschafter unser Land mit ihren Gesetzen nicht komplett an die Wand fahren. Ich habe keine Ahnung von Verkehrspolitik, Polizeiarbeit, Einrichtung und Betrieb von Krankenhäusern et cetera pp und es lief ja bisher auch. Irgendwie. Seitdem eine Kindergärtnerin für das größte Budget im Bundeshaushalt verantwortlich war, hatte ich aber immerhin die Hoffnung, dass wenigstens in den Ministerien einigermaßen kompetent gearbeitet wird.
Schlimm wird es dann, wenn man mit den Sachthemen, die der Gesetzgeber gerne regulieren möchte, tagtäglich zu tun hat. Auf einmal brechen ganze Kartenhausstadtviertel des Vertrauens in sich zusammen, wenn man plötzlich erkennt, in welchem Ausmaß die Unfähigkeit regiert. Erst Zensursula, dann der peinliche Auftritt Ilse Aigners zum Thema Google Streetview, der Jurist Kauder mit seiner seltsamen Auffassung vom Urheberrecht und jetzt die aktuelle Stunde zur "Quellen Telekommunikationsüberwachung", kurz Quellen TKÜ.
Um es deutlich mit einem Satz zu sagen: es ist nicht möglich, einen Computer erst zu manipulieren und im Anschluss daran die Ergebnisse dieser Manipulation unbedenklich zur Beweissicherung heranzuziehen. Punkt. Das ist in etwa so, als würde man eine sprechende Wanze in ein Telefon einbauen und deren Geplapper dann als Beweis vor Gericht verwerten. Oder um es im Politikersprech zu formulieren: das wäre verfassungsfreier Raum.
Auf einmal ist sie also da, diese Angst. Die Befürchtung, Politiker könnten bei jedem anderen Thema auch so völlig ahnungslos vor sich hin schwadronieren und dabei so tun, als hätten sie ihr ganzes Leben lang nichts anderes getan, als sich mit diesem einen Thema auseinanderzusetzen.
Und dann fällt einem plötzlich die Finanzkrise und die "Euro-Rettung" ein.