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Närrische Tage beim FC Bayern

06 Mrz
6. März 2011

Zwei Persönlichkeiten beschäftigen derzeit den FC Bayern. Der eine ist noch gar nicht da, der andere vermutlich bald nicht mehr: Manuel Neuer und Louis van Gaal.

“Koan Neuer” war auf den Transparenten der Ultras beim Pokalhalbfinale gegen Schalke zu lesen, eine Aktion, für die sich der Vorstand postwendend bei Neuer entschuldigt hat. Ich halte diese Forderung in etwa so sinnvoll wie die der Giesinger Fußballfans nach der Rückkehr der Löwen ins Grünwalder Stadion. Natürlich sind die Torhüter des FC Bayern traditionell stark mit dem Verein verwurzelt gewesen. Meier, Pfaff, Aumann oder Kahn – sie alle repräsentierten und prägten den FC Bayern. So wie Neuer den FC Schalke 04. Man kann Schalke mögen oder nicht, aber ein Grund Neuer deshalb nicht zu verpflichten weil er ein Königsblauer ist, ist das nicht. Neuer wird Schalke verlassen, weil er als Nationalspieler nach besseren Perspektiven Ausschau hält. Bei ihm steht die Beletage des internationalen Fußballs Schlange. Nicht wenigstens zu versuchen, einen solchen Spieler nach München zu holen wäre ein Fehler. Fußballspieler sind heute in erster Linie Profis und keine Folkloreartikel. Manuel Neuer wird auch beim FC Bayern gute Leistungen zeigen, so wie z.B. Thomas Linke (ebenfalls Schalker) oder Jens Jeremies, den man von 1860 geholt hat.

Vom Vorstand derzeit weniger nachgefragt als Manuel Neuer ist nach der dritten Pflichtspielpleite in einer Woche Problembär Louis van Gaal. Nachdem er von Uli Hoeness bereits im Herbst sturmreif geschossen wurde, lassen ihm die gestrigen Worte des Präsidenten man müsse jetzt “handeln, nicht reden” nur wenig Hoffnung auf einen Verbleib in München. Für Hoeness hat der Traum, mit Bayern im Champions League Finale 2012 in München zu stehen, oberste Priorität.

Van Gaal polarisiert, aber er hat den FC Bayern deutlich weiter gebracht als seine Vorgänger. Badstuber, Müller oder Kraft – seine Ideen. Die Trennung von Demichelis – überfällig, vor allem wenn man an das Champions League Finale in Madrid denkt. Auch scheint die Mannschaft hinter ihm zu stehen, was Magath und Klinsmann nicht für sich reklamieren konnten.

Sein Problem ist sicher, dass nach der außergewöhnlichen letzten Saison die Erwartungshaltung in München riesengroß war. Vom Gewinn der Champions League und einer neuen Ära war die Rede. So ließ er sein Erfolgssystem zu lange unverändert, obwohl ihm dessen Motor, Arjen Robben, nicht zur Verfügung stand. Das Hauptproblem in dieser Saison, nämlich die desolate Hintermannschaft, kann man van Gaal aber nicht alleine anlasten. Pranjic und Breno sind nicht Bayern-tauglich. Badstuber und Lahm können nicht an ihre Form des letzten Jahres anknüpfen, Gustavo erweist sich ebenfalls nicht als die Lösung für die linke Abwehrseite. Und Ribery? Der Franzose scheint es sich in seinem 5-Jahresvertrag bequem eingerichtet zu haben.

Als Nachfolger für van Gaal werden Sammer und Rangnick gehandelt. Letzteren halte ich für unwahrscheinlich, da völlig inkompatibel zu Uli Hoeness. Sammer lebt in München und wäre sicher kurzfristig vom DFB loszueisen. Im Erfolgsfall könnte er im Sommer einen Vertrag bekommen und einkaufen gehen. Auf dem Einkaufszettel dürften neben Manuel Neuer und Mats Hummels sicher noch ein weiterer Innenverteidiger und ein Linksverteidiger stehen.

Ich würde mir wünschen, dass man mit van Gaal weiter macht und nach der Saison resümiert. Man darf gespannt sein, wie der Kehraus beim FC Bayern aussieht.

Der Fluch

22 Dez
22. Dezember 2010

Seit Jahren ist der VfB unbesiegt geblieben wenn ich in der Mercedes-Benz-Arena war – saublöd, wenn man dort hin geht, um den Herzensverein siegen zu sehen. So erinnere ich mich mit Grausen an die Pleite in der Rückrunde ’07, als sich die Bayern innerhalb weniger Minuten 2 Tore fingen und damit die Qualifikation für die Champions League vergeigten. Im Herbst darauf reisten die Münchner mit den frisch verpflichteten Stars Toni und Ribery an den Neckar – und lagen zur Pause 0:3 zurück. Am Ende stand’s 3:1 für den VfB, außer Spesen nichts gewesen. Die Saison 2008/09, die gleiche Stelle: Bayern führt bis kurz vor Schluß 2:1 und kontrolliert das Spiel – bis zur 85. Minute. Oddo geht mit gestrecktem Bein in den Zweikampf mit Träsch und sieht dafür Rot. Der VfB wittert nochmal Morgenluft und gleicht in der Nachspielzeit durch Khedira aus. Bittere Momente.

Das ist vorbei (zumindest für’s erste), der Fluch ist gebrochen: die Bayern siegten vergangenen Sonntag eindrucksvoll. 8 Tore gab es zu sehen, davon 5 zu bejubeln und das, obwohl die Bayern nach einer 5:1 Führung das Fußballspielen nahezu gänzlich eingestellt haben und der VfB so noch auf 3:5 verkürzen konnte.

Für das heutige Pokalspiel erwarte ich aber einen anderen VfB. Die Stimmung bei den Fans ist schlecht und mit einem Weiterkommen im Pokal könnte man die Gemüter wenigstens etwas besänftigen. Es ist ein “Tod oder Gladiolen”-Spiel, bei dem der VfB alles geben wird und nichts zu verlieren hat. Es wird also schwer werden heute abend.

Wenn’s am Ende 8:10 für Bayern ausgeht, soll’s mir Recht sein… ;-)

Der Meister der Schmerzen

25 Apr
25. April 2010

Die Bundesligasaison 2009/10 ist auf der der Zielgeraden und nie war es so spannend wie in diesem Jahr: Schalke schließt zu Bayern auf…  alles Unsinn. Bayern wird Meister, und hier erfahrt ihr warum. Wer sich die Spannung erhalten will, sollte also jetzt nicht weiter lesen. ;-)

Denkbar sind eigentlich nur 2 Szenarien.

  1. Während der FC Bayern, mit dem Rückenwind vom geschafften Finaleinzug in der Champions League Bochum zuhause mühelos verputzt (sorry liebe Bochumer, aber hier muss die Fan-Freundschaft für einen Tag ruhen), läßt sich Schalke vom heimischen Bierhallenpublikum am 33. Spieltag ins Bremer Messer jagen und verliert. Bayern ist Meister, kurz und schmerzlos.
  2. Wie oben gewinnt Bayern gegen Bochum, Schalke liefert sich aber einen erbitterten Schlagabtausch mit Bremen, der 2:2 endet. Vor dem letzten Spieltag brauchen die Bayern also nur noch ein Unentschieden gegen die bereits abgestiegenen Berliner, um den ersten von drei Titeln einzufahren. Es läuft jedoch zäh im Berliner Olympiastadion. Während Schalke am Bruchweg bereits nach 20 Minuten 2:0 führt, passiert in Berlin das scheinbar unmögliche: in der 83 Minute schießt Gekas das 1:0 und Schalke steht in der Blitztabelle oben. Das zerfahrene Spiel befindet sich bereits in der Nachspielzeit und während in Mainz bereits abgepfiffen wurde, bekommt Bayern einen Freistoß an der Strafraumgrenze. Es ist die letzte Aktion des Spiels und zum Freistoß tritt Robben an…

Wie das in etwa aussehen könnte:

Und wie geht’s weiter? Das Magath-Interview nach dem Pfefferminztee-Besäufnis, Kevin Kuranyi brüskiert Jogi Löw mit Nusspli-Werbespot und auch 2010 ist ein gutes Jahr, um Geschichte zu schreiben.