Erik Schimmel Was raus muss, muss raus.

4Dez/112

Telekom Spam

Ich hasse Werbung. Werbung zwingt mich Informationen zu verarbeiten, um die ich nicht gebeten habe. Aus diesem Grunde verachte ich nervtötende Werbespots, blocke Bannerwerbung und lese natürlich auch keine Newsletter.

Jeder mir zugesendete Newsletter ist ein Ärgernis. Der Grund dafür ist einfach: der Newsletter lenkt mich von dem ab, womit ich im Augenblick beschäftigt bin und zwingt mich zu der Überlegung, wie ich ihn los werde. Löschen und mich das nächste mal wieder ärgern? Filtern? Oder gar versuchen, mich abzumelden? Zum Inhalt des Newsletters gelange ich dabei gar nicht, selbst wenn dieser mich zum größten Goldschatz des Planeten führen würde.

Heute habe ich von Spiegel Online eine Spam-Mail erhalten. Obwohl es zunächst ärgerlich war, konnte man den Newsletter zumindest mit einem Klick abbestellen und da ich Spiegel Online als reputable Publikation einstufe habe ich durchaus die Hoffnung, dass ich in Zukunft nicht mehr belästigt werde.

Dagegen ist Spam der Telekom eine Provokation. Am Ende der Mail ist zu lesen:

Sie erhalten diese E-Mail aufgrund Ihres Einverständnisses, über Produkte und Dienstleistungen der Telekom informiert zu werden. Über den oben stehenden Servicelink "Abmeldung" können Sie Ihr Einverständnis jederzeit im Kundencenter widerrufen.

Nein, aus oben genannten Gründen habe ich garantiert niemals mein Einverständnis zur Belästigung erteilt. Möglicherweise habe ich irgendwo im Kleingrauen vergessen ein Kästchen anzukreuzen, aber ich habe bestimmt niemals explizit um Werbung gebeten.

Gut, ein solches Missverständnis ließe sich ausräumen, wenn es eine ähnlich komfortable Möglichkeit gäbe, den Newsletter abzubestellen wie bei Spiegel Online. Also habe ich auf "Abmeldung" geklickt.

Telekom SpamDas ist der Teil, der mich dann völlig zur Weißglut bringt: Ich soll mich aktiv im Telekom-Kundenzentrum ANMELDEN, um einen Newsletter ABZUBESTELLEN? Weil es so wenig Usernamen und Kennwörter gibt, die ich mir noch merken könnte? Und was passiert, wenn ich mich dort angemeldet habe? Durch wieviele Reifen muss ich noch hüpfen, bis ich den Werbemüll endlich los bin?

Nein, liebe Telekom, der einzige Grund für diese Art mit Werbung umzugehen dürfte der sein, dass die große Mehrheit den Aufwand scheut und sich lieber mit eurer Werbung auseinandersetzt. Und wenn diese Masse groß genug ist, dürfte es sich am Ende auch für euch lohnen, sonst würdet ihr es ja nicht machen.

Von einem Unternehmen, das seinen Kunden tatsächlich so etwas wie Wertschätzung entgegen bringt würde ich allerdings erwarten, dass man dessen Wunsch respektiert, nicht mit Werbung belästigt zu werden.

Post to Twitter

14Jun/103

Cash Cow Apple-User: das neue iPhone bei der Telekom

Morgen ist es mal wieder soweit: bei der Telekom kann man es vorbestellen, das neue iPhone 4. Schon vorab ist durchgesickert, dass die Tarife wohl gleich bleiben werden - nur an den Telefonen möchte man gerne etwas mehr verdienen.

Cash Cow Apple User

Das iPhone 4 bei der Telekom: es darf etwas mehr sein.

Aus Sicht der Telekom muss der Apple-User wohl als beispielloser Glücksfall gelten: während andere Mobilfunkprovider fürchten ihre Kunden zu verlieren, wenn diese nur die Chance wittern ihre Handies für 1,99€ weniger im Monat abstottern zu dürfen, traut sich die Telekom für Zusatzdienste wie Tethering oder Voice over IP astronomische Preise zu verlangen. Der Gipfel der Schamlosigkeit: anstatt iPhone-Bestandskunden, die sich ein iPad gekauft haben einfach mit einer zusätzlichen SIM-Karte zu versorgen versucht man ihnen einen zusätzlichen Datentarif anzudienen - mit 24 Monaten Vertragslaufzeit, versteht sich.

Als Apple das iPhone 2007 eingeführt hat, war EDGE de facto die einzige Option für eine permanente mobile Internetverbindung. Die Telekom konnte als einziger Mobilfunkprovider eine nahezu flächendeckende Versorgung mit EDGE anbieten. Wer weiß welche Marktdurchdringung das iPhone heute hätte, wenn Apple sich vor 3 Jahren nicht dazu entschlossen hätte, die iPhones exklusiv und subventioniert über ausgewählte Partner zu vertreiben. Auch die Tarife waren halbwegs akzeptabel - zumindest wenn man bedenkt, dass man seinerzeit die Datenoption i.d.R. gesondert bezahlen musste und so leicht auf das Niveau der Telekom-Tarife kam. Ich habe jedenfalls damals den Wechsel zur Telekom (nach 15 Jahren Vodafone) nicht bereut.

Heute ist das mobile Internet Standard und die Tarife und Vertragsbedingungen der Telekom sind meines Erachtens schlicht frech. Dass es anders geht, beweist z.B. O2: Flexibilität anstatt Knebelverträge, clevere Tarifoptionen anstatt altmodische Gesprächs- und SMS-Pakete. Bei der Telekom hat man sich offensichtlich komfortabel in der Apple-Hängematte eingerichtet und glaubt, von der Popularität der Apple-Produkte auf absehbare Zukunft mitprofitieren zu können. Ein Schuß, der leicht nach hinten los gehen könnte:  auch Apple-User lassen sich nicht beliebig melken.

Für mich kommt in Zukunft nur noch ein Netlock-freies, nicht subventioniertes iPhone in Frage - mit einem Tarif der es mir erlaubt, nach Bedarf neue Trends und Technologien nutzen zu können.

Update 15.6.: Im französischen bzw. engl. Apple Store sind die Geräte vertrags- und Netlock-frei für 629 Euro (16GB) bzw. 739 Euro (32GB) erhältlich. Na bitte, geht doch. Es dürfte also nicht lange dauern, bis die Geräte als Import-Geräte auch hierzulande verfügbar sind. (via @fscklog)

Post to Twitter